Stuttgart 21 – Fluchttreppen Ingenhoven bestätigt Änderungen im Bahnhof

Von Konstantin Schwarz 

Stuttgart 21: Architekt Christoph Ingenhoven bei der Baustellenbesichtigung Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Stuttgart 21: Architekt Christoph Ingenhoven bei der BaustellenbesichtigungFoto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Für die Fluchtwege des Tiefbahnhofs soll es ein neues Konzept geben – die Treppenhäuser sollen ans Ende der Bahnsteige wandern. Das Eisenbahn-Bundesamt prüft nun den Vorschlag.

Stuttgart - An dem bei Stuttgart 21 geplanten Tiefbahnhof wird es erneut Änderungen geben. Der Bahnhofsarchitekt Christoph Ingenhoven sagte am Dienstag, es gebe eine „wesentliche Änderung in der Betrachtung des Bahnhofs“, die die Sicherheit betreffe. Dadurch könnten bisher störende Fluchttreppenhäuser auf den 420 Meter langen Bahnsteigen an deren äußerstes Ende verschoben werden. Eine Simulation habe ergeben, dass die Verrauchung der Halle im Brandfall geringer sei als angenommen. „Die Menschen haben daher mehr Zeit für die Flucht“, so Ingenhoven. Die Fluchttreppenhäuser, die die Breite der Bahnsteige stark einschränken, könnten weggeschoben werden.

Neue Lösung für Fluchttreppenhäuser wird geprüft

Der Lösungsvorschlag des Architekten, der die nachträglich eingefügten Fluchttreppen „wieder loswerden“ will, müsse vom Eisenbahn-Bundesamt freigegeben werden, sagte Projektchef Manfred Leger. „Wir mögen die Treppenhäuser auch nicht“, sagte Leger, „die Indikatoren für eine Lösung sehen gut aus.“ Das Notfallszenario schreibt vor, dass sich bei einem Brand bis zu 16 000 Menschen aus dem achtgleisigen Tiefbahnhof retten müssen. „Wenn die neue Lösung funktioniert, sind wir die letzen, die dagegen wären“, sagte Stefan Eppinger, der Leiter der Stuttgarter Branddirektion.

Ingenhoven, der Tragwerksplaner Werner Sobek und der Betonexperte Professor Bernd Hillemeier erläuterten am Abend bei einer Veranstaltung in der Industrie- und Handelskammer Stuttgart die ingenieurtechnischen Herausforderungen des Bauwerks. „Wir wollen einen sehr schönen, poetischen, lichtdurchfluteten Raum schaffen“, sagte Ingenhoven. Dazu müssen im Schlossgarten 28 je 1000 Tonnen schwere Kelchstützen aus Stahlbeton gegossen werden. Ein kleinerer Prototyp, dessen Oberfläche am Ende nahezu weiß sein soll, steht. „Für dieses Bauwerk ist eine eigene Betonrezeptur entwickelt worden“, sagt Hillemeier.

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