Stuttgart 21 Die große Baustelle ruht nicht komplett

Von Michael Isenberg  

 Foto: Eppler
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Arbeiten bei Gleisvorfeld, Straße und Parkplatz - Parkschützer wollen „ehrlichen“ Stopp.

Stuttgart - Bis zur Einsetzung der neuen grün-roten-Landesregierung will die Bahn bei Stuttgart21 "keine neuen Fakten" schaffen. Trotz dieser Zusage wird am Mittwoch rings um den Hauptbahnhof weiterhin gebaut. Die Kritik daran hält sich bisher in Grenzen.

Zwei Arbeiter verladen am Mittwochvormittag auf der S-21-Baustelle am Kurt-Georg-Kiesinger-Platz ein großes Bohrgerät auf einen Tieflader. Der Motor der Baumaschine ist am Abend nach der Landtagswahl von Randalierern erheblich beschädigt worden. "Wir rücken ab", meint einer der Arbeiter achselzuckend. Mehr will er dazu nicht sagen.

Nur wenige Stunden nachdem Infrastrukturvorstand Volker Kefer für die Deutsche Bahn am Dienstag in Berlin angekündigt hat, bei Stuttgart21 "keine neue Fakten zu schaffen - weder in baulicher Hinsicht noch bezüglich der Vergabe von Aufträgen", beginnt in Stuttgart der Rückzug. Das Bild mit dem Bohrgerät könnte also durchaus Symbolcharakter haben - wenn es nicht so trügerisch wäre.

Das Bohrgerät beim Nordausgang des alten Hauptbahnhofs wird nicht nur abgezogen, um die Schäden durch die Sabotage zu beheben. Der Einsatz des Geräts ist vielmehr abgeschlossen. Die Arbeiten auf der Baustelle selbst - wo eine neue Zufahrt zum Parkplatz geschaffen wurde, um Platz zu machen für die Baugrube des unterirdischen Technikgebäudes der S-Bahn - gehen hingegen unvermindert weiter. In den nächsten Tagen dürfte der Parkplatz für Autofahrer geöffnet werden.

Auch im Hauptbahnhof selbst wird am Mittwoch geschafft: Zwischen Gleis 13 und 14 auf Höhe des Stellwerks wird weiter am Gleisvorfeld gearbeitet. Die Warnwesten der Bauarbeiter sind auch aus der Ferne gut erkennbar. Auch an der Überdachung des provisorisch verlängerten Bahnsteigs von Gleis 9 und 10 sind Handwerker zugange; hier werden Aluminiumprofile an die neue Bahnsteigüberdachung angebracht.

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