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Stuttgart 21 Dicke Luft zwischen Grünen, SPD und Bahn

Michael Isenberg, vom 31.01.2012 22:29 Uhr
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Während der Südflügel weiter abgerissen wird, hat das Zeltlager der Stuttgart-21-Gegner im Schlossgarten  einen unerwarteten Aufschub bekommen. Klicken Sie sich durch Bilder  aus dem verschneiten Protest-Camp. Foto: Petsch
Während der Südflügel weiter abgerissen wird, hat das Zeltlager der Stuttgart-21-Gegner im Schlossgarten einen unerwarteten Aufschub bekommen. Klicken Sie sich durch Bilder aus dem verschneiten Protest-Camp. Foto: Petsch
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Stuttgart - Die Landesregierung zögert mit der Übergabe des Mittleren Schlossgartens an die Deutsche Bahn. Offiziell sind sich Grüne und SPD dabei einig – doch innerhalb der Koalition sorgt das Vorgehen für Ärger. Die verunsicherte Polizei hat die Einsatzplanung bereits eingefroren.

Nach außen hin ist alles bestens. Nein, wehrt der stellvertretende Regierungssprecher Arne Braun im Staatsministerium ab, bei Stuttgart 21 habe man mit der SPD „keinen Dissens“. Fast wortgleich äußert sich Daniel Abbou, Sprecher von Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD): „Wir haben keinen Dissens in der Koalition bei Stuttgart 21.“

An anderer Stelle, wo es nicht um offizielle Außendarstellung der grün-roten Landesregierung geht, sondern um einen selbstkritischen Blick ins Innere der Koalition, hört sich das anders an. „Es gibt gewaltigen Ärger zwischen Grünen und SPD wegen der Sache – beide sind deshalb höchst irritiert“, heißt es aus der Landesregierung. Vor allem die Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann stünden wegen S21 „unter Druck“. Das sorgt unter Koalitionären, aber auch darüber hinaus für Gesprächsstoff.

Für S-21-Befürworter in der SPD ist Verzögerung starker Tobak

Stein des Anstoßes innerhalb der Koalition ist der Mittlere Schlossgarten. Er ist im Besitz des Landes. Um Platz zu schaffen für die Baugruben des S-21-Tiefbahnhofs, muss die Deutsche Bahn den Park zwischen dem Abgang zur Klettpassage, Planetarium und Biergarten räumen. Rund 180 Bäume sollen gefällt oder verpflanzt werden. Weil massive Proteste erwartet werden, soll die Baustelle im Park von mehreren Tausend Polizeibeamten abgesichert werden. Und an dieser Stelle hakt die Landesregierung ein.

„Die Deutsche Bahn kann von uns die Überlassung der Parkflächen für ihre Bauarbeiten verlangen“, sagt Regierungssprecher Braun. Grundlage dafür seien Verträge aus dem Jahr 2003. „Ehe wir den Polizeieinsatz planen, werden wir allerdings zwei Verfahren abwarten, die noch beim Verwaltungsgerichtshof anhängig sind. Es darf nicht einmal der Verdacht aufkommen, dass die Landesregierung wichtige naturschutzrechtliche Belange nicht beachtet.“

Dieses prinzipielle Vorgehen sei in der Regierung abgesprochen, ergänzt Abbou, dessen Minister für die Liegenschaft Schlossgarten zuständig ist. Für die einflussreichen S-21-Befürworter in der SPD-Regierungsmannschaft ist die Verzögerung allerdings starker Tobak. Sie argwöhnen, dass es den Grünen in Wahrheit nur auf eine weitere Blockade des Projekts ankommt.

Bahn zeigt sich zuversichtlich

Bei den Verfahren, die beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) noch anhängig sind, geht es zum einen um eine Beschwerde gegen das Urteil des Stuttgarter Verwaltungsgerichts, das die Rechtsgrundlage zur Parkräumung bestätigt hat, und zum zweiten um einen Eilantrag des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) gegen die Abholzung der Bäume wegen Mängel im Artenschutz.

Beide Verfahren könnten noch diese Woche entschieden werden. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Stuttgarter Polizei am Dienstag trotzdem alle Planungen für den Einsatz im Park auf Eis gelegt. Auch die verbindliche Zusage der Bahn, dass man bei einer VGH-Entscheidung gegen das Projekt im BUND-Eilverfahren sämtliche Kosten für einen Abbruch des Einsatzes übernimmt, hat daran nichts geändert. Stattdessen soll das Land auch die Kostenübernahme im Falle einer Niederlage im zweiten Verfahren gefordert haben. Dies hat die Bahn angeblich abgelehnt.

Falls der VGH bis zum Wochenende beide Verfahren abschließt, könnte die Polizei frühestens am 13. Februar den Park absperren. Gegenüber der Presse zeigt sich die Bahn zuversichtlich. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass wir die Flächen ohne Bedingung erhalten“, sagt S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich am Dienstag. Im Konzern heißt es, dass man jetzt auf ein direktes, klärendes Gespräch von Bahn-Chef Grube mit Ministerpräsident Kretschmann hoffe. Grube hatte am Dienstag in einem Radio-Interview gesagt, dass S21 wahrscheinlich erst Ende 2020, also ein Jahr später als geplant, in Betrieb gehen werde. Grund dafür seien diverse Unterbrechungen der Bauarbeiten wegen der Proteste und der Schlichtung.

Kommentare (108)
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FEB
04
22:44 Uhr, geschrieben von Reini
Medien und Politik verdummen die Menschen!!
11:45 Uhr, pit...Bei diesem Filz kann man keine Anzeige wegen Betrug stellen. Bahn, Wirtschaft Politik und Justiz sind sich einig dieses Projekt durch zu winken. Schau dir doch die Argumente der Gegner an...und widerlege sie! Hier nur eine Seite von vielen: http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=501 Was haben die Befürworter zu bieten?? Nichts als Versprechungen, von den schon viele gebrochen worden sind! Falls du nicht weißt welche...ich schreibe sie dir...
FEB
04
11:45 Uhr, geschrieben von pit
18:29 Uhr, geschrieben von Reini Noch ein verlogenes Argument!!
Jeder zweite Wort ist bei Ihen Betrüger. Ja guter Mann, so erstatten sie doch Anzeige wenn sie schon sicher sind das hier betrogen und gelogen wird, dann kann man das in Zukunft verhindern ! Warum machen sie das denn nicht ?
FEB
02
18:29 Uhr, geschrieben von Reini
Noch ein verlogenes Argument!!
Wie sagen die verlogenen Politiker immer...Nach diesem Protest gegen S21 wird in dieser Republik solch ein Projekt nicht mehr möglich sein!............ Wie bitte?? Sollte die Bahn trotz aller Lügen und Betrügereien, Stuttgarts Bahnhof, den Schlossgarten das Grund-und Mineralwasser....zerstören dürfen, was hätte das wohl für Konsequenzen?? Würde das die Betrüger abschrecken?? NEIN und nochmals NEIN! Wäre ich ein solcher Betrüger würde ich sagen...Schaut es an, das blöde Volk, da decken sie unsere Betrügereien auf, entlarven uns als Lügner und TROTZDEM können wir diesen Unsinn bauen...für Milliarden von Steuergeldern! Gut dass wir vorgesorgt hatten und die Politiker als Lobbyisten angeworben haben...nicht ganz billig, aber es hat sich gelohnt! Die Medien waren zwar teurer, aber ohne sie hätten wir das Volk nicht so vollständig verblöden können! Gut dass immer noch der schwarzgelbe Filz in Stuttgart sitzt, so haben wir die Justiz auch noch auf unserer Seite! ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Wir können den nächsten Groß-Betrug starten, ist jetzt alles im Raster drin und wir wissen jetzt wie wir wir in Zukunft das Volk ausbeuten und verdummen können! Notfalls mit einer Volksabstimmung....dem dummen Volk kann man alles „Fortschritt“ verkaufen! Was für ein guter Tag für den Kapitalismus...ein Hoch auf die Ausbeutung von Volk und Natur!
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