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Stuttgart - Nach einer weiteren Demonstration gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 hat die Polizei in der Nacht zum Samstag 27 Gegner des Bauvorhabens festgenommen. Sie hatten nach Polizeiangaben bis kurz vor Mitternacht eine Straße in der Stuttgarter Innenstadt blockiert und die Fahrbahn auch nach Aufforderung nicht freiwillig geräumt. Ihnen werde Nötigung im Straßenverkehr vorgeworfen.
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Ein Mann soll zudem einem Polizisten im Vorbeilaufen einen Stoß in die Rippen versetzt haben. Vereinzelt sei es auch zu Gerangel zwischen Demonstranten und Autofahrern gekommen. Die Fahrerin eines Reisebusses erlitt laut Polizei einen Nervenzusammenbruch, als ihr Gefährt an der Schillerstraße von Demonstranten eingekreist und an der Weiterfahrt gehindert wurde. Ein Polizist musste das Steuer übernehmen. Später stellten die Beamten fest, dass der Bus bei der Aktion offenbar auch zerkratzt wurde.
Projektgegner widersprechen Darstellung der Polizei
Dies stellen die Projektgegner völlig anders dar: Die Busfahrerin sei auf dem Busparkplatz vor einem Hotel stehen geblieben, obwohl sie darüber informiert worden war, dass ein Demonstrationszug auf sie zukomme. Als die Demonstranten schließlich am Parkplatz ankamen, sei die Frau ohne ersichtlichen Grund hupend auf die Demonstranten zugefahren. Die Polizei habe schließlich eine Kette um den Bus gebildet und das Fahrzeug weg gefahren, berichteten die Parkschützer weiter. Es sei jedoch zu keiner Zeit zu einer Bedrohung oder einem Angriff auf den Bus gekommen.
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Weitere Vorwürfe der Projetgegner beziehen sich auf einen Polizeieinsatz im Camp der Projektgegner im Schlossgarten am Samstagmorgen. Bei der Räumung der Planen soll ein Beamter einen Demonstranten so schwer am Handgelenk verletzt haben, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Polizei bestätigte die Verletzung des Mannes, konnte aber über ihre Ursache keine Auskunft geben. Drei Personen wurden bei der Räumung der Planen, unter denen Projektgegner geschlafen hatten, weggetragen und zur Feststellung der Identität von der Polizei mitgenommen.
Am Freitagabend waren nach Angaben der Veranstalter erneut mehr als 30.000 Menschen gegen die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach von rund 15.000 Teilnehmern. Nach Ende der Kundgebung gegen 21.30 Uhr waren laut Polizei noch mehrere Gruppen durch die Innenstadt gezogen und hatten den Verkehr behindert.