Stuttgart 21 Bayern sichern sich den nächsten Auftrag

Von Konstantin Schwarz 

So schwungvoll überspannt die neue Bahnbrücke den Neckar. Foto: bgp design
So schwungvoll überspannt die neue Bahnbrücke den Neckar.Foto: bgp design

Der Auftrag zum Bau der neuen Neckarbrücke beim Projekt Stuttgart 21 geht an die Max Bögl GmbH aus Bayern. Das Unternehmen baut auch die Brücke über das Filstal.

Stuttgart - Beim Bahnprojekt Stuttgart 21 haben erneut die Bayern die Nase vorn. Das Unternehmen Max Bögl GmbH & Co. KG in Neumarkt (Oberpfalz) hat von der Bahn-Projektgesellschaft den Zuschlag für den Bau der neuen Neckarbrücke Stuttgart-Bad Cannstatt erhalten. Der Auftrag hat einen Wert von 35 Millionen Euro. Neun Firmen hatten sich darum bemüht.

Bögl ist beim Projekt Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm kein Unbekannter. Der 1929 gegründete ehemalige Maurerbetrieb, der in dritter Generation inzwischen weltweit 6000 Mitarbeiter zählt, baut bereits die Filstalbrücke mit einem Auftragswert von 53 Millionen Euro. Für den Bau des Fildertunnels von der A 8 zum Hauptbahnhof liefert Bögl die Beton-Fertigteile. Die 53.620 Tübbinge stellen einen Wert von 80 Millionen Euro dar. Es ist der größte Auftrag, den Bögl für sein Fertigteilwerk erhalten konnte.

Stahlbrücke mit bis zu 25 Zentimeter starken Platten

Nun folgt die Neckarbrücke, deren Form schon Ende der 1990er-Jahre bestimmt wurde. Der ebenfalls in einem Wettbewerb gefundene Entwurf stammt vom Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann und Partner. Gebaut werden soll eine Stahlbrücke, deren Blechpakete bis zu 25 Zentimeter Dicke erreichen. Die Brücke zeigt in der Seitenansicht mehrere Schwünge zu den Pfeilern. Die Bahn hat den Entwurf inzwischen verändern lassen, um schwierige Gründungsarbeiten am Neckarufer zu vereinfachen. Gegenüber der Ursprungslösung soll nun eine Reihe Stützpfeiler entfallen, die am Neckarufer sollen vom Fluss abrücken. Dadurch will die Bahn bei der Gründung mit üblichen Bohrpfählen auskommen und auf das Betonieren der Fundamente unter Druckluftbedingungen verzichten.

Das war vorgesehen, um den Aufstieg von Mineralwasser in die Baugruben zu vermeiden. Der Ursprungsbau wurde vom Eisenbahn-Bundesamt im Oktober 2006 genehmigt, nun läuft die Planänderung. Die Brücke wird 345 Meter lang werden und 15 Meter über dem Normalwasserspeigel des Neckars liegen. Auf ihr verlaufen zwei je zweigleisige Strecken für die Fern- und Nahverkehrszüge und die S-Bahn. Sie münden in separate Tunnel unter dem Rosensteinpark. Die größte Stützenweite der Brücke wird 75 Meter betragen, die größte Breite 25 Meter.

Unter der neuen Eisenbahnbrücke soll ein Fuß- und Radweg hängen. Er ersetzt den Holzsteg, der bereits im März 2016 fallen soll. Bäume werden für den Brückenneubau schon diesen Dezember gefällt werden. Die alte Brücke könnte erhalten bleiben und künftig eine Fuß- und Radweg tragen. Die knappe öko-soziale Mehrheit im Gemeinderat setzt sich dafür ein.

Bewerten
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Vielen Dank für Ihre Bewertung!
1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne 3.08

Lesen Sie jetzt