Stuttgart 21 Barrierefreier Zugang bringt Umweg mit sich

Von Jürgen Lessat 

Initiative Barriere-Frei macht auf Nachteile der Schließung des Nordausgangs aufmerksam.

Stuttgart - Für den Bau eines unterirdischen Technikgebäudes müssen Reisende am Nordzugang des Stuttgarter Hauptbahnhofs neue Wege gehen. Im Laufe des Mittwochs sperrten Arbeiter den ebenerdigen Zugang zur Kopfbahnsteighalle mit Zäunen ab. Zeitgleich wurde ein barrierefreier Ersatzzugang auf der Fläche des abgerissenen Nordflügels eingerichtet, der über Bahnsteig 1 in den Hauptbahnhof führt. Gehbehinderte, die den stufenlosen Aufgang von der Klett-Passage nutzen, müssen seitdem einen Umweg um das Baufeld zu Bahnsteigen und Zügen nehmen. Taxis und Zubringer können über die Schillerstraße zum Behelfseingang vorfahren.

Noch vor Öffnung des Ersatzzugangs, der anderthalb Jahre bestehen soll, demonstrierten am Vormittag rund 50 Menschen gegen die Sperrung des Nordzugangs. „Es ist eine absolute Zumutung, die die Projektpartner des Tiefbahnhofs ausgerechnet den Schwächsten zumuten“, kritisierte Klaus Gebhard von der Parkschützer-Initiative. Die Distanz zwischen Klett-Passage und Bahnhofszugang vergrößere sich auf 350 Meter. Zuvor seien es 65 Meter gewesen. Eine bessere Alternative wäre aus Sicht der Stuttgart-21-Gegner der Einbau von Fahrstühlen in der großen Schalterhalle gewesen, über die gehbehinderte Reisende stufenfrei vom Haupteingang des Bonatz-Baus in die Kopfbahnsteighalle gelangen könnten.

Wann genau die eigentlichen Tiefbauarbeiten für das zweigeschossige Technikgebäude beginnen, das als zentrale Versorgungseinheit der neuen unterirdischen Bahnhofshalle, der S-Bahn sowie dem Bonatz-Bau dient, konnte ein Projektsprecher auf Anfrage nicht sagen. Vom Kommunikationsbüro des Bahnprojekts war der Abriss des Bahnhofsnordflügels im August 2010 immer als notwendig ­bezeichnet worden, um Platz für die ­Technikzentrale zu schaffen.

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