Stuttgart - Die Bahn hat die Naturschützer im Streit um Stuttgart 21 zum Dialog aufgerufen. „Wir wollen Fachgespräche statt Gerichtsgespräche“, sagte der Anwalt der Bahn, Josef-Walter Kirchberg, am Freitag in Stuttgart.
Damit reagierte er auf den Eilantrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) gegen die Genehmigung des Eisenbahnbundesamtes für die geplanten Baumfällarbeiten. Hinter dem juristisches Fingerhakeln stehe die Hoffnung, auf diese Weise das Vorhaben noch kippen zu können. „Ich glaube, jeder weiß, dass das Projekt sicherlich nicht mehr verhindert wird.“
Bahnanwalt: "Artenschutz mit Augenmaß"
Er forderte mit Blick auf den Schutz von Fledermäusen und Juchtenkäfern einen „Artenschutz mit Augenmaß“. Projektsprecher Wolfgang Dietrich fügte hinzu: „Es reicht nicht zu sagen, was man nicht will, man muss auch sagen, was man machen kann.“ Immerhin werde der grüne Lebensraum auch für seltene Tier in der Stadt am Ende um zehn Hektar größer.
Die Bahn will die Bäume auf dem Baufeld für den S-21-Tiefbahnhof innerhalb der kommenden zwei Wochen versetzen oder fällen. In der kommenden Woche soll der Südflügel des Bahnhofes nach seiner Entkernung abgebrochen werden. Es werden heftigere Proteste gegen die Baumfällarbeiten als gegen die Absperrung der Baustelle am Südflügel erwartet. Bei der Aktion in der Nacht zum 13. Januar stellten sich den mehr als 2000 Polizisten 600 Demonstranten in den Weg.