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Stuttgart 21 Bahn will Nordflügel im August abreißen

Konstantin Schwarz , vom 13.07.2010 12:31 Uhr
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 Foto: Hörner
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Stuttgart - Wer sich ein Stück vom alten Hauptbahnhof sichern will, kann dies bald tun. Die Bahn hat am Dienstag den Abriss des Nordflügels für den 1. August angekündigt. Die Verblendsteine des markanten Bauwerks werden von einem Unternehmen im Großraum Stuttgart verkauft.

Wolfgang Drexler, Sprecher für das Großprojekt Stuttgart 21 und den Streckenbau Wendlingen-Ulm, verwendet ungern das Wort Abriss. "Es handelt sich um einen Rückbau, wir tragen das Gebäude vom 1. August an ab", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete bei einer Pressekonferenz.

Eine Verhandlung vor dem Abriss scheint unmöglich

Zunächst würden Leitungen und Fenster entfernt, das Haus, in dem Teile des Intercity-Hotels, die Post und die Bahnpolizei untergebracht waren, dann Stockwerk um Stockwerk abgetragen. Mit den Bruchstücken wird bis November das Untergeschoss verfüllt. "Wir schaffen damit einen ebenerdigen Zugang zu den Gleisen", erklärt Drexler. Er ist nötig, weil der Nordeingang zur Bahnsteighalle dann nicht mehr benutzt werden kann. Vor ihm und auf Teilen des heutigen Parkplatzes baut die Bahn ein unterirdisches Technikgebäude. Park- und Taxiplätze sollen bis November erhalten bleiben. "Ende November wird der Seitenflügel nicht mehr da sein", sagt Drexler.

Die Ankündigung hat bei den Gegnern der 4,1 Milliarden Euro teuren Infrastruktur zu heftigem Protest geführt. Peter Dübbers, Architekt und als Enkel des Bahnhofs-Architekten Paul Bonatz gegen die Bahn klagend, spricht von einer "infamen Geschichte".

Im Rahmenterminplan der von der Bahn beauftragten Firma Wolff&Müller sei der Abriss vom 15. November bis 20.Januar vorgesehen. "Jetzt sollen auf massiven Druck der Bahn hin in der Urlaubszeit Fakten geschaffen werden", zeigt sich Dübbers erregt. Den Termin vorzuziehen sei "eine Unverschämtheit". Dübbers hat die erste Runde im Urheberrechtsstreit zum Erhalt der Seitenflügel vor dem Landgericht verloren. Er will sich jetzt an Bahn-Chef Rüdiger Grube wenden. Dübbers Berufungsantrag liegt beim Oberlandesgericht (OLG). Die Frist zur Begründung läuft. "Man muss sie nicht ausschöpfen", sagt OLG-Sprecherin Josefine Köblitz. Eine Verhandlung noch vor dem Abriss scheint aber unmöglich.

Kommentare (55)
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JUL
20
22:45 Uhr, geschrieben von K.H. Schubert
Bahn will Nordflügel im Aufgust abreißen
Wo bleibt der Respekt vor unserer Justiz? Diese Baumaßnahme ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erforderlich. Bekanntlich sind die Umbau­maß­nahmen am sogen. Nesenbach-Dükker, ebenso wie die Verlegung der Stadtbahn in der Heilbronner-Str., mit mind. 12 Monaten in Verzug und dieser Umbau ist Voraus­setzung für alle weiteren Maßnahmen der geplanten Tieferlegung des Bahnhofes. Warum also diese Eile mit dem Abriss? Warum diese völlig unnötige Provo­kation seitens der Bahn? Warum eine weitere Eskalation in der jetzigen, aufgeheizten Diskussion, wo doch die Bevölkerung in Stuttgart, in der Region und mittlerweile im ganzen Land, schon in zwei nahezu unver­söhnliche Lager gespalten ist? Müssten nicht, im Interesse einer Deeskalation, dieser überflüssigen Provokation selbst die Projektbefürworter entgegentreten? Und wo bleibt der Respekt vor unserer Justiz angesichts des noch laufenden Urheberrechtsverfahrens? Hat doch die erste Instanz das Urheberrecht des Herrn Dübbers im Prinzip bestätigt und nur den Bauinteressen der Bahn eine höhere Priorität eingeräumt. Ob dieses Urteil im weiteren Verfahren Bestand haben wird, ist also noch völlig offen. Verlieren unsere Abgeordneten im Gemeinderat Stuttgart, im Rgionalparlament und im Landtag nicht jede Glaubwürdigkeit, wenn sie nicht wenigstens an diesem Punkt ein Moratorium verlangen, bis alle noch offene Fragen wirklich geklärt sind? Ich habe, als über dreißigjähriges CDU-Mitglied, meinen Widerstand gegen die Linie unserer Partei bzgl. Stuttgart-21 in einer schon lange währenden Korrespondenz mit unserer Parteiführung und in vielen Einzelgesprächen parteiintern vertreten und zwar aus Sorge um die Glaubwürdigkeit und damit Zukunftsfähigkeit unserer Partei, leider bisher erfolglos. Angesichts der jetzt, durch den angekündigten Abriss, entstandenen, dramatischen Lage, wo Gealttätigkeiten nicht mehr auszuschließen sind, kann ich aber nicht mehr öffentlich schweigen. Ich muss, auch zur Ehrenrettung der CDU, meinen bisherigen parteiinternen Widerstand auch öffentlich machen, um zu zeigen, dass es auch in der CDU andere Meinungen gibt, die von der, von oben vorgegebenen, Parteilinie abweichen! Unsere Partei ist einer der Hauptakteure in dieser Sache. Nur sie d.h. die Landesregierung, könnte meines Erachtens noch für ein Moratorium und damit für eine Deeskalation sorgen! Bei meiner Teilnahme an den Protestveranstaltungen sehe ich immer öfter Leute die mir aus dem CDU-Umfeld bekannt sind oder die sich als bisherige CDU-Wähler outen. Wer aus dem Kreis unserer Parteimitglieder, außer Siegfried Busch und mir, hat noch die Courage, sich zu outen und mit uns gemeinsam seine/unsere Meinung gegen S-21 öffentlich zu vertreten? Bitte ggf. melden unter http://www.s21.siegfried-busch.de/page94/page94.html
JUL
19
16:52 Uhr, geschrieben von Werner G.
@ anonymen Benutzer
Um weiter zu lernen: suchen sie sich doch bitte im Internet (weils am einfachsten geht) eine Definition des Begriffs "Rechtskräftig". Darum ging es in diesem "Dialog". Ich gebe bewusst keinen Tipp, wo es diese Definition geben kann, sonst würde ich sie ja womöglich böse beeinflussen. Dann dürfen Sie gerne das Geschreibe von Herrn fakten und dieser Definition vergleichen und entscheiden, ob Herr fakten aus einem "Dialog" mal wieder einen "MonoLOG" machen wollte - oder ob Herr fakten womöglich die besseren Argumente haben sollte. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Nachmittag.
JUL
18
22:07 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
@ Werner G und fakten
Ich freu mich, dass ich hier noch was über die Juristerei lernen kann...
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