Stuttgart 21 Bahn will mehr Grundwasser abpumpen

Von Michael Isenberg 

Stuttgart 21: Die Bahn hat Antrag auf Genehmigung beim Eisenbahn-Bundesamt gestellt.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn AG will für den Bau ihres Tiefbahnhofs beim Projekt Stuttgart 21 erheblich mehr Grundwasser aus den Baugruben abpumpen dürfen als bisher genehmigt wurde. Dazu hat sie vor wenigen Tagen einen Antrag auf Planänderung beim Eisenbahn-Bundesamt (Eba) in Bonn gestellt. Die Genehmigungsbehörde hat das Umweltamt der Landeshauptstadt zur Stellungnahme aufgefordert.

Vorletzten Montag hatte die Bahn AG vor dem Bezirksbeirat Mitte erstmals öffentlich Probleme mit dem Grundwasser eingeräumt. "Die Bodenschichten sind teils durchlässiger, als wir angenommen hatten", sagte ein Ingenieur. Man müsse beim Aushub mit größeren Wassermengen in den Baugruben rechnen. Der 450 Meter lange und 100 Meter breite Durchgangsbahnhof in Tieflage soll im Trockenen betoniert werden. Dazu wird das Wasser in den Baugruben abgepumpt, gereinigt und größtenteils über Versickerungsbrunnen wieder ins Erdreich geleitet. So soll die Last auf das tiefer liegende und unter Druck stehende Mineralwasser, das in drei Bädern sprudelt, konstant gehalten werden.

Das Eba hat der Bahn die Entnahme von insgesamt drei Millionen Kubikmeter Grundwasser genehmigt. Die Schüttung des Mineralwassers darf dabei um drei bis maximal fünf Liter pro Sekunde zurückgehen.

Nach Informationen unserer Zeitung will die Bahn in der Bauzeit (der Bahnhof soll 2019 fertig sein) nun bis zu sechs Millionen Kubikmeter, also die doppelte Menge, abpumpen dürfen. Das Stuttgart-21-Sprecherbüro konnte am Donnerstagabend dazu kurzfristig keine Stellung nehmen.

"Man kann mehr Wasser abpumpen, wenn das keine negativen Auswirkungen auf das Schüttungsverhalten des Mineralwasser hat. Wenn doch, müsste man nach technischen Lösungen suchen", sagt Werner Flad, der Leiter des städtischen Umweltamtes, auf Anfrage zum Bahn-Antrag. Zu Mengen könne er nichts sagen, so der Wasser-Experte. Die Minderung der Schüttung um die genehmigten drei bis fünf Liter pro Sekunde sei "noch hinnehmbar", sagt Flad. Über die Versickerungsbrunnen könne der Druck auf das zu schützende Mineralwasser weitgehend beibehalten werden.

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