Stuttgart 21 Bahn braucht mehr Platz für Fildertunnel-Bau

Von Konstantin Schwarz 

Der Eingang des Fildertunnels für das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm Foto: dpa
Der Eingang des Fildertunnels für das Bahnprojekt Stuttgart-UlmFoto: dpa

Wer auf der A 8 von Süden her nach Stuttgart fährt, der wird bald in eine noch größere Baugrube blicken – jedenfalls wenn es nach der Bahn geht. Sie will die Baustellenfläche für den Fildertunnel nahezu verdoppeln. Der BUND ist strikt dagegen.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn AG will ihre bisherige Baustellenfläche für den Fildertunnel an der A 8 von 34 000 auf 62 725 Quadratmeter ausweiten. „Das entspricht fast einer Verdoppelung und ist ein Skandal, Stuttgart 21 frisst damit noch mehr wertvollste Filderböden“, sagt Gerhard Pfeifer, Regionalgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Bahn müsse sich auf ihre bisher genehmigten Flächen beschränken.

Über den Antrag auf die Ausweitung der Baustelle entscheidet das Eisenbahn-Bundesamt (Eba) in Bonn. Die Bahn begründet den zusätzlichen Bedarf damit, dass vom kommenden Jahr an an beiden Röhren des Fildertunnels gleichzeitig gearbeitet werden soll. Die eingleisigen Röhren verbinden den Flughafen mit dem neuen Durchgangsbahnhof in der City. Sie werden überwiegend mit einer Tunnelbormaschine und Fertigteilen errichtet, ein Abschnitt soll aber konventionell, also durch Sprengung und Abgraben, hergestellt werden.

BUND: Bodenqualität nicht mehr herstellbar

Durch die Parallelarbeit in beiden Röhren steige der Platzbedarf, so ein Sprecher des Stuttgart-21-Projektbüros. Die Zusatzfläche werde außerdem später auch für Bauarbeiten benötigt, die zum Flughafenabschnitt des Projekts zählten.

Für den BUND ist der weitere Eingriff in die Landschaft und Landwirtschaft nicht mehr hinnehmbar. Die Bahn schiebe immer wieder Planänderungen nach. Bereits 2012 sei ihr die Bauweise für den Tunnel bekannt gewesen. Die ursprünglichen hochwertigen Bodenfunktionen werden laut BUND durch Bodenumlagerung und Verdichtung zerstört und seien auch nicht wieder herstellbar, wenn die Flächen später renaturiert werden.

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