Stuttgart 21 Auf Feuerbacher Heide ist Platz für Eidechsen

Von Konstantin Schwarz 

Die streng geschützte Mauereidechse fühlt sich auf Bahnanlagen wohl. Foto: dpa
Die streng geschützte Mauereidechse fühlt sich auf Bahnanlagen wohl. Foto: dpa

Rund 1900 Tiere sollen von den Bahn-Baustellen in Unter- und Obertürkheim umgesiedelt werden. Zunächst sollten sie nach Kirchheim/Teck in ein Freilandterrarium.

Stuttgart - Mauereidechsen, die im ­Neckartal den Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 im Weg sind, sollen nun doch nicht zeitweise in ein Freilandterrarium nach Kirchheim/Teck umgesiedelt und später zurückgeholt werden. Die Stadt hat für die streng geschützten Reptilien eine 30 000 Quadratmeter große Fläche auf der Feuerbacher Heide in der Nähe des Heuss-Hauses gefunden. Sie wird von der Straße am Tazzelwurm durchschnitten. Ein Platz für einen Zirkus und temporäre Parkplätze für das Weissenhof-Tennisturnier auf dem Gelände blieben erhalten, sagte Umweltbürgermeister Peter Pätzold (Grüne) am Dienstag vor dem Technikausschuss des Gemeinderats.

Bis zu 1860 Tiere sollen Platz finden

Insgesamt soll auf dem Gelände Platz für bis zu 1860 Mauereidechsen aus Ober- und Untertürkheim sein. Die Umsiedlungspläne nach Kirchheim/Teck waren vom Landesnaturschutzverband und vom Bund für Umwelt und Naturschutz als untauglich kritisiert worden. Die Bahn argumentierte, es gebe keine Alternative. Sie könnte nun mit der Feuerbacher Heide gefunden sein. Die Bahn hat den Standort gegenüber der Genehmigungsbehörde Eisenbahn-Bundesamt bei der zehnten Änderung im S-21-Bauabschnitt 1.6a ­benannt.

CDU, Grüne und SPD im Gemeinderat begrüßten die Lösung. CDU-Fraktionschef Alexander Kotz interessierte, wohin die Stadtverwaltung jene Eidechsen bringen wolle, die womöglich auf dem heutigen Gleis- und baldigen Baugelände gefunden würden. Laut Pätzold ist auch wegen dieser Frage eine stadtweite Gesamtkonzeption für die Eidechsen in Arbeit. Sie soll Anfang 2018 fertig sein. Der AfD-Stadtrat und Anwalt Eberhard Brett und FDP-Rat Michael Conz schlugen vor, den gesetzlichen Schutz für die Echsen flexibel zu handhaben, die Umsiedlung verursache zu hohe Kosten. Das sei „unmoralisch“, so Brett. Luigi Pantisano von SÖS/Linke-plus sagte, Mehrkosten entstünden bei Stuttgart 21 durch komplizierte Bauwerke, die Echsenproblematik werde dagegen sehr hochgespielt.

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