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Stuttgart 21 Wer zahlt die Mehrkosten der ICE-Trasse?

Michael Isenberg, vom 03.09.2010 09:40 Uhr

Stuttgart - Nicht nur Stuttgart21, auch die künftige ICE-Strecke Wendlingen-Ulm wird teurer. Die Verträge von 2009 sehen vor, dass alle Mehrkosten der Bund zahlt. Derzeit wären das 865 Millionen Euro. Dennoch sei die Strecke "wirtschaftlich", betont das Bundesverkehrsministerium.

Ein kleines Wort kann manchmal sehr vielsagend sein. "Ich schließe heute aus, dass der Bund weitere finanzielle Forderungen an das Land stellt", antwortete Stefan Mappus am 27.Juli 2010 auf die Frage dieser Zeitung, ob der Bund Mehrkosten bei der ICE-Strecke Wendlingen-Ulm auf das Land abwälzen wolle. Mappus schloss das aus. Aber eben nur "heute".

Auf der Pressekonferenz im Juli stellten Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, und Volker Keefer, Bahn-Vorstand für Technik, Dienstleistungen und Infrastruktur, gemeinsam mit Mappus die aktualisierte Kostenkalkulation für die 60 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitstrasse Wendlingen-Ulm vor. Bis dato hatten Bahn und Land mit einer "Kostenschätzung" von 2,025 Milliarden Euro aus dem Jahr 2004 gearbeitet. Inzwischen habe man durch die weitere Planung eine "sehr solide Basis" erreicht, sagte Keefer: Nach der aktuellen Berechnung koste die ICE-Trasse jetzt 2,89 Milliarden Euro.

Trotz der enormen Summe von 865 Millionen Euro Mehrkosten zeigten sich Mappus, Grube und Keefer nicht sonderlich irritiert. Das lag zum einen daran, dass man mit der allgemeinen Preisentwicklung seit 2004 und diversen bau- und planungstechnischen Aspekten gute Gründe für die Mehrkosten zu nennen glaubte. Zum anderen muss für die Mehrkosten der Bund aufkommen. So steht es in den Finanzierungsverträgen zu Stuttgart21 und der ICE-Strecke, die Bund und Bahn, das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, der Verband Region Stuttgart und der Flughafen Stuttgart am 2.April 2009 unterzeichnet hatten.

Kommentare (31)
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SEP
04
17:41 Uhr, geschrieben von informierter Bürger
abwarten es kommen nochmal 1 - 2 Milliarden dazu.
Neue Berechnungen sagen einen Kostensteigerung der NBS um weitere 2 Milliarden Euro voraus. Nächste Woche werden die Zahlen veröffentlicht. Ohne NBS kein S21 Bahnhof. Also E N D E des Schwachsinns.
SEP
04
09:42 Uhr, geschrieben von Sonnenkind
Das eindimensionale Weltbild des Booker_T und der anderen S21-Fanatiker
Die Bahn ist ein öffentliches Unternehmen. Es gehört zu 100% dem Bund und damit uns allen. Der Bau von "Stuttgart 21" und der NBS wurde konkurrenzlos an die Bahn übertragen. Ohne Ausschreibung. Ohne Wettbewerb. Finanziert wird "Stuttgart 21" und die NBS zum großen Teil durch den Steuerzahler. Die Bahn ist aus diesen Gründen verpflichtet, Kosten, Bewertungen und Gutachten zu veröffentlichen. Es kann keine Betriebsgeheimnisse geben, weil es keine Konkurrenz für den Monopolisten Bahn gibt. Die Wertschöpfung, von der Booker_T schreibt, ist rein wirtschaftlicher Art. Er bestätigt mit seinem Kommentar, dass nur rein wirtschaftliche Aspekte eine Rolle beim Bau von "S21" und der NBS spielen. Er bestätigt, dass es gewollt ist, so viel Bauland wie nur möglich, und damit so viel Gewinn wie nur möglich, zu generieren. Er bestätigt, was wir alle längst wissen: Die Entscheidung für "Stuttgart 21" fiel ausschließlich aus diesen Gründen heraus. Alle anderen Konzepte mussten daher verworfen werden. Es geht nicht um zukunftsfähigen Bahnbetrieb. Es geht nicht um einen leistungsstarken Bahnhof. Es geht nicht um Flexibilität bei betrieblichen Störungen. Es geht nicht um die Zuverlässigkeit der Verbindungen und Taktungen. Es geht nicht um den Bahnreisenden. Es geht nicht um den Bürger und um Demokratie. Es geht nicht um das Stadtbild. Es geht nicht um Denkmalschutz. Es geht nicht um das Stadtklima. Es geht nicht um das gesellschaftliche Klima. "Stuttgart 21" ist ein reines Immobilienprojekt. Es geht um Geld. Sonst um nichts. Um gar nichts.
SEP
04
04:16 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Nasenbär
Zum Punkt Investoren: Es gibt genug leer stehende Büroflächen in der Innenstadt. Welche Investoren erwartet man denn auf dem neuen Gelände? Man bekommt ja nicht mal die bisher vorhandenen Räume vermietet oder verkauft. Ein integriertes Wohnviertel macht es für Investoren, vor allem aus der angestrebeten Zielgruppe, der Dienstleistungsbranche, nicht gerade attraktiver.
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