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Stromversorgung Stromnetze trotz klirrender Kälte stabil

wro/dpa, vom 07.02.2012 09:49 Uhr
Bitter kalt: Die Minusgrade setzen den Stromleitungen bislang nicht zu Foto: dpa
Bitter kalt: Die Minusgrade setzen den Stromleitungen bislang nicht zu Foto: dpa

Stuttgart/Düsseldorf - Es ist noch nicht lange her, als notorische Schwarzmaler, Nörgler und Pessimisten das Schlimmste befürchteten. In Deutschland gingen die Lichter aus, es drohe ein Kollaps der gesamten Energieversorgung. Im Zuge der Energiewende waren zuvor acht Kernkraftwerke vom Netz genommen worden. Und die Konzernchefs der Energieriesen zeterten: Ohne Frankreichs Atommeiler drohe ein Stromausfall in Deutschland. „Im Winter werden wir uns nicht auf diese Helfer verlassen können“, warnte RWE-Chef Jürgen Großmann. Im Sommer vergangenen Jahres unkte der Energieboss, um einen bundesdeutschen Blackout zu vermeiden, könne es notwendig sein, „einzelne Regionen in Süddeutschland – etwa in der Größe des Großraums Stuttgart – dunkel zu schalten“. Damals sekundierte auch Johannes Teyssen vom Eon-Konzern, die Stabilität der Netze gerate in Gefahr.

Doch nun zeigt sich, die Netze trotzen selbst der bittersten Kälte. Speziell in Baden-Württemberg, das allgemeinhin als Brennpunkt der Energiewende gilt, drohen aktuell keine Engpässe. Aufgrund der derzeitigen Wettersituation sind die Stromnetze hoch ausgelastet“, sagt Markus Fürst, Leiter Systemführung bei der EnBW-Netztochter TNG. Die TNG betreibt rund 3200 Kilometer Stromautobahnen – das sogenannte Übertragungsnetz – in Baden-Württemberg.

Derzeit sind alle großen Kraftwerke des Landes am Netz

Die Situation sei angespannt, aber sicher. „Die Sicherheit der Stromversorgung in Baden-Württemberg ist derzeit nicht gefährdet“, sagte Fürst. Zwar sei der Energiebedarf von Unternehmen und Haushalten aktuell sehr hoch, aufgrund des sonnigen Wetters könnten Lastspitzen mittags aber teilweise über Fotovoltaik-Strom aus dem Land abgemildert werden. Dass aktuell relativ wenig Windstrom vom Norden Deutschlands nach Süden transportiert werden müsse, schone zudem die Transportkapazitäten der großen Überlandleitungen. Wie im Winter üblich, seien derzeit alle großen Kraftwerke des Landes am Netz. Auf ein Reservekraftwerk – GKN 3 in Mannheim – müsse aktuell allerdings nicht zurückgegriffen werden, um die Stromversorgung sicherzustellen. Unterm Strich importiert der Südwesten Strom, was allerdings nicht unüblich sei, sagte Fürst.

Im Notfall kann die EnBW zudem auf rund 1000 Megawatt Kraftwerkleistung – das ist in etwa die Leistung eines Atommeilers – aus Österreich zugreifen, um die Versorgung stabil zu halten. Außerdem können Kraftwerke in Italien und der Schweiz angezapft werden.

Ähnlich stellt sich die Lage auch im Bundesgebiet dar. „Die Lage ist angespannt, aber nicht kritisch“, sagt eine Sprecherin des Netzbetreibers Tennet, das sich von der Nordseeküste bis nach Bayern erstreckt. Positiv auf die Lage wirkten sich die vielen Fotovoltaik-Anlagen im Süden der Republik aus, betonte auch die Sprecherin.

Nur einmal – aber das war vor dem Kälteeinbruch – griff Tennet auf eine Kaltreserve in Österreich zurück, als der Atommeiler Grundremmingen wegen eines Brenn­elementewechsels im vergangenen Jahr ­vorübergehend vom Netz musste.

Normales Geschäft meldet auch der Netzbetreiber Amprion, der früher zum RWE-Konzern gehörte. Die Lage in den gut 12 000 Kilometer langen Höchstspannungsnetzen sei stabil, heißt es von dem Unternehmen. Es müsste über einen längeren Zeitraum – und vor allem auch tagsüber – noch kälter sein, bevor Probleme entstünden. In Nordrhein-Westfalen drohe wegen der Nähe der stromerzeugenden RWE-Kraftwerke ohnehin kein Engpass.

Bundesnetzagentur hat Vorsorge getroffen

Auch bei der Bundesnetzagentur werden kältebedingt keine außergewöhnlichen Aktivitäten zur Netzstabilisierung festgestellt. „Wir haben Vorsorge getroffen“, heißt es. Anfang September hatte die Behörde nach einer umfangreichen Inventur aller Stromerzeugungskapazitäten konventionelle Kraftwerke in Deutschland und Österreich mit jeweils gut 1000 Megawatt benannt, auf die die Netzbetreiber im Bedarfsfall zurückgreifen können – die sogenannte Kaltreserve. Selbst im Außenhandel zeigt sich die Stromwirtschaft in diesen Tagen in bester Verfassung. In der täglichen Übersicht des Verbands der europäischen Übertragungsnetzbetreiber Enso steht Deutschland in diesen Tagen häufig als Nettoexporteur von Strom da. So bleibe über das gesamte Jahr unter dem Strich ein Netto-Export von rund 6000 Gigawatt. Insgesamt zeige sich dabei, das etwa drei Viertel der stillgelegten Kernkraftwerke durch entsprechende Strommengen im Inland ausgeglichen worden seien, davon auch ein guter Teil aus erneuerbaren Energien.

Kommentare (11)
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FEB
14
13:46 Uhr, geschrieben von Dieter Machmüller
Lieber Auch wer, Fakt ist es wurde kein Endlager gesucht sondern ein Endlager bestimt! Nach der Punkt, Aus, Basta Methode.
Verantwortlich dafür war damals wie heute folgendes Anforderungsprofil: nicht bei uns/bei mir/in meinem Wahlkreis. Dann eine ganze weile garnix. Dann möglichst dicht an die Grenze (sie erinnern sich noch? Es gab da einmal ein gewisses DunkelDeutschland...), da wo nicht viel Menschen wohnen (nicht aus Sicherheitsaspekten heraus...), also nur wenig Widerstand. Dazu noch einige schlampige Gefälligkeitsgutachten und einen willfährigen CDU-Ministerpräsidenten (die Sozen von damals hätten sich soetwas nicht getraut!). Der war mit dem Grinsemann und Bahlsen-Prinz Ernst Albrecht zur Stelle. Alle Warnungen, Gegengutachten und Bedenken wurden niedergebügelt und so die formaljuristischen Voraussetzungen für Asse und Gorleben, Schacht Konrad usw. geschaffen. Frei nach dem Motto: lächele und sei froh! Es könnte alles noch viel schlimmer kommen. Und es kam und kommt schlimmer: alle Gegenargumente, Bedenken usw. sind ein- und zum Teil sogar übertroffen worden. Und das einzigste was man von den Befürwortern von einst heute hört, ist Kritik an den damaligen Gegnern in der Art warum habt Ihr euch denn damals nicht gemeldet und eingebracht, Ihr Besserwisser! Erinnert mich stark an ein Verfahren von heute etwas weiter südlich, wo man gegen starke Bedenken und Gegengutachten gegen den Willen breiter Kreise eine bessere und billigere oberirdische Lösung unter die Erde bringen will. Die Befürworter schmunzeln schon: lächelt und seit froh! Es könnte alles viel, viel schlimmer (teuer, teurer, unbezahlbar ist schon absehbar...) kommen. Aber baut ruhig. Meine Altersweisheit ist: die Dummheit mancher Zeitgenossen ist grenzenlos und beliebig steigerbar! Dümmer geht ümmer!
FEB
14
07:36 Uhr, geschrieben von Auch wer
Endlager
Fakt ist: Es wurden Kriterien aufgestellt, nach denen ein Endlager zu suchen und zu evaluieren ist. Diese Kriterien wurden in Gorleben erfüllt. Der damals zuständige Umweltminister hätte deshalb das Endlager genehmigen müssen, da es nach den vereinbarten Kriterien allen wissenschaftlichen Anforderungen genügte. Der Minister hätte sogar auf Genehmigung verklagt werden können. Um dem zuvorzukommen, erließ er ein sogenanntes Moratorium. Dies hatte den - auch deutlich erklärten - Zweck, das Endlager nicht genehmigen zu müssen.
FEB
13
14:51 Uhr, geschrieben von Dieter Machmüller
Sie irren mehrfach Auch wer! Es gab und gibt derzeit kein Endlager für den hochgiftigen Abfall der Atomwirtschaft. Weder für Schwach, noch für Mittel oder Hochradioaktiven SonderGiftmüll.
Es ist wahrscheinlich Ihrer politischen Einfalt zu verdanken, die Zustimmung bestimmter Behörden als Freifahrtschein und unumstößliche Handlungsvollmacht zu interpretieren. So kann man evt. zu einem Tiefbahnhof kommen, aber niemals zu einer die Sicherheitsinteressen breiter Bevölkerungskreise tangierenden Endlagerstätte (hat etwas von Friedhof [[ der Kuscheltiere! Die kriegt man durch beerdigen auch nicht tot...]]) für Nuclear Waste! Was das Urteil der zuständigen Behörden, im Falle der Asse, für einen Wert hat, liegt unterhalb der in Blättern zerschnittenen BILD-Zeitung auf dem Nagel an der Wand meiner Toilette (nach einzig sinnvoller Nutzung...). Nein, nein es ist schon gut so das jetzt ein echter Suchlauf auch hier im Süden stattfindet. Und das Konzept (verbuddeln und vergessen) muss auch auf den Prüfstand. Reversible, Oberflächennahe Einlagerung unter ständiger Kontrolle ist das Gebot der Stunde. Und zur Mär vom Energienotstand (Merke: Energie, nicht Atom) ist reines Schaumschlagen von Atom-Lobbyisten und Fetischesten. Diese wissen was Sie da tun. Gott sei Dank fällt niemand mehr drauf rein: wir sind immer noch im selben Umfang Netto_Strom_Exporteur wie in den Jahren vor der viel zu späten Energiewende. P.S. Liebe S21 Befürworter schaut euch mal die Dachlichter (Bullaugen) des zukünftigen Unnütz-Milliarden-Verbuddel- Bahnhofs an. Fällt euch nichts auf? Die Form und Größe? Die sind genau so groß das dort ein Castor durchpasst! Wollen die euch hier in Wirklichkeit ein Endlager unterjubeln? Die fällen die Bäume nur für Erkundungsbohrungen...
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