Stromausfall bei NSU-Prozess Im Gerichtssaal wird es dunkel

Von SIR/dpa 

Beate Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess. Foto: dpa
Beate Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess.Foto: dpa

Plötzlich gehen im Verhandlungssaal in München die Lichter aus. Wegen eines Stromausfalls musste der NSU-Prozess am Donnerstag unterbrochen werden.

Plötzlich gehen im Verhandlungssaal in München die Lichter aus. Wegen eines Stromausfalls musste der NSU-Prozess am Donnerstag unterbrochen werden.

München - Der NSU-Prozess in München ist am Donnerstag unerwartet unterbrochen worden. Gegen 13.45 Uhr fiel der Strom im Verhandlungssaal des Oberlandesgerichts aus. Die Lautsprecheranlage war stumm, alle Lichter gingen aus. Nach einem kurzen Moment sprang eine Notbeleuchtung an. Das Gericht unterbrach die Verhandlung für 20 Minuten.

Im Prozess sagte am Donnerstag ein bayerischer Kriminalermittler aus. Er erklärte, die Polizei sei schon wenige Monate nach dem Sprengstoffanschlag in der Kölner Keupstraße im Jahr 2004 dem Verdacht eines Zusammenhangs mit Morden in Bayern nach gegangen.

Experten verwarfen den Ansatz

In Köln und nach dem Mord an dem Nürnberger Imbisswirt Ismail Yasar seien zwei Radfahrer als Täter infrage gekommen. Die Experten der „Operativen Fallanalyse“ hätten aber keine Gemeinsamkeiten gesehen und einen Vergleich für so sinnvoll gehalten wie den „zwischen Äpfeln und Birnen“.

In Köln waren die beiden Männer auf einem Überwachungsvideo zu sehen. In Nürnberg hatte eine Zeugin die Männer beobachtet. Die Ermittlungsgruppen in Nordrhein-Westfalen und Bayern hätten darauf ihre Informationen ausgetauscht, sagte der Beamte. Die Zeugin habe das Kölner Video gezeigt bekommen und sei sich „ziemlich sicher“ gewesen, die beiden Männer in Nürnberg gesehen zu haben.

In Fallanalysen hätten es Profiler der beiden Landespolizeien aber für unwahrscheinlich erklärt, dass die Täter dieselben gewesen sein könnten. Eine vergleichende Analyse sei „aufgrund des unterschiedlichen Tatablaufs nicht sinnvoll“ gewesen. Die Profiler spekulierten stattdessen über einen „sehr persönlichen Grund“, Rache zu üben. Es gebe „eher keinen politischen Hintergrund“.

Zuvor hatte ein Schweizer Polizist über seine Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Waffenbeschaffer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) berichtet. Der Schweizer hatte nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft die Pistole vom Typ „Ceska“ 1996 bekommen; er soll sie an die Szene um Beate Zschäpe weitergegeben haben.

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