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Streuner Abschuss von Haustieren bleibt erlaubt

Rainer Wehaus, vom 12.07.2010 16:37 Uhr
Herumstreunende Katze: Soll man sie erschießen zum Wohle der Natur? Foto: AP
Herumstreunende Katze: Soll man sie erschießen zum Wohle der Natur? Foto: AP

Stuttgart - Hunderttausende Hunde und Katzen werden nach Schätzungen von Tierschützern jedes Jahr von Jägern erschossen. Ein Akt der Barbarei oder praktizierter Naturschutz? Der Streit darüber hat nun auch Baden-Württemberg erreicht.

Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle (CDU) lehnt es ab, den Jägern im Südwesten das Töten von Hunden und Katzen in Wald und Flur zu verbieten. Zwar sei die höhere Wertschätzung des Lebens eines Haustieres „aus emotionaler Sichtweise des Tierhalters“ nachvollziehbar. Unter objektiven Gesichtspunkten könne dies aber nicht die berechtigten Interessen des Natur- und Jagdschutzes außer Frage stellen, heißt es in einer Antwort von Köberles Ministerium auf eine Anfrage der Grünen.

Das Ministerium verweist auf Untersuchungen der Wildforschungsstelle des Landes, derzufolge streunende oder verwilderte Hauskatzen in freier Natur „zwangsläufig zum eigenen Überleben andere Tiere töten“ und somit Einfluss auf den Naturkreislauf nehmen. Ins gleiche Horn stieß kürzlich der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV). Jeden Sommer würden sieben Millionen Wildtiere streunenden Haustieren zum Opfer fallen, so der DJV. Der Verband beklagte, dass in der Urlaubszeit viele Hunde und Katzen ausgesetzt würden, die dann zum Überleben auf die Jagd gingen. Zwei Millionen streunende Katzen und Hunde seien unterwegs, die in der noch bis August währenden Brut- und Aufzuchtzeit durchschnittlich eine Million Kaninchen und Hasen sowie mehr als sechs Millionen Vögel töteten. Größere Hunde töteten vermehrt auch Rehkitze.

Die Karlsruher Landtagsabgeordnete Renate Rastätter, in der Grünen-Fraktion für Schulpolitik und Tierschutz zuständig, hält diese Behauptungen für völlig übertrieben. Es gebe keine Studie, die dies belege. Die eigentliche Gefahr für kleinere Wildtierarten sei die Zerstörung ihrer Lebensräume.

Haustiere, die weiter als 500 Meter von einem bewohnten Gebäude entfernt angetroffen werden, dürfen nach dem Landesjagdgesetz von Jägern getötet werden. Laut Rastätter kann man aber nicht jedem Haustier, das in freier Wildbahn angetroffen wird, unterstellen, dass es wildere. Gerade Hauskatzen hätten einen großen Aktionsradius und würden oft nur spielerisch jagen. Eine Tötung solcher Tiere hinterlasse zudem bei den Tierhaltern „lang anhaltenden Schmerz“ und sei unverhältnismäßig.

Kommentare (20)
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AUG
02
15:51 Uhr, geschrieben von Wolfgang Schatz
Zum Kommentar von "Jägergöre".
Ach was gibt es doch für Gutmenschen. Keiner Fliege was zuleide tun, das Fenster öffnen und mit "Bitte, Bitte" bitten hinauszufliegen. Und wenn sie es nicht macht? Und was ist mit den Motten im Kleider- schrank, die Löcher fressen? Wollen die nur spielen? Oh je, das böse Mottenpulver. Jede Maus die man in der Wohnung fängt, streicheln und in den Stadtpark bringen mit guten Wünschen für die Zukunft. Und den Maulwurf im Garten herausbitten mit dem Versprechen auf gutes Happe-Happe. Dann streicheln und bitten in Nachbars Garten zu gehen. Oder? Der will doch nur spielen. Mit der gleichen Argumen- tation weigern gewisse Sekten sich impfen zu lassen, weil die armen Bakterien und Viren im Körper auch Gottes Geschöpfe sind und denen man nichts tun darf.Es gibt heute Menschen, die in einem unfassbar- en Ausmaß an Realitätsverlust leiden, sich als Gutmensch als die Krone der Schöpfung fühlen. Fast schon nicht mehr als "Homo Sapiens" sondern schon als "Homo Superior". Wißt ihr was, ihr Gutmenschen? Bleibt mir bloß vom Leib.
JUL
27
11:08 Uhr, geschrieben von Wolfgang Schatz
Sch...katzen.
In meinem Garten streunen ständig 5 Katzen von den Nachbarn, sogar tagsüber. Sie übernachten auf meinen Gartenmöbeln und sch... alles voll. Jeden Tag kann ich putzen. Überall liegen ihre Hinterlassen- schaften, Fellreste, tote Mäuse. Nachts gibt es Katzenmusik. Ich ver- suche konsequent die Löcher im Zaun zu stopfen, durch die sie komm- en, aber sie finden immer wieder neue. Und das tollste: Sitzt man mal im Garten, kommen alle fünfe und betteln um Futter. Gespräche mit den Nachbarn sind sinnlos, man wird nur ausgelacht. Wenn ich könnte wie ich wollte, hätte ich das Viehzeug längst vergiftet. Aber leider ist das verboten.
JUL
16
14:21 Uhr, geschrieben von jaegergöre
@tierschützer
Sie reden von Gewissen. Jäger haben keins, sonst wären sie nicht das w as sie sind, nämlich Jäger. Selbst wenn wirklich ein Hund jagt wird er kaum ein Reh erwischen ausser es ist krank (nicht angeschossen wie die Waidmänner abwertend sagen). Das weiß jeder Jäger, gibt es aber nie zu. Ebenso erwischen Katzen selten gesunde Vögel, sonst gäbe es seit Jahrtausenden keine Vögel mehr, darum kann man die Geschichte des Jägers mit dem Jagdverbot im Naturschutzgebiet und der vogelfreien Zone getrost ins Reich des Jägerlateins verbannen. Den Mist glaubt er nur allein. Alle Argumente für Jäger können mit Leichtigkeit wissenschaftlich fundiert wiederlegt werden. Man denke an Prof. Dr. Josef Reichholf: Evolutionsbiologe Will man ihm seine Erkenntnisse streitig machen? Wohl kaum. Die Jäger fürchten zu Recht ihren Machtverlust, und damit auch hörige Minister die die Unterstützung der Jägerschaft haben. Mach mal oder du warst längste Zeit Minister.. Eine freiwilliger Verzicht ist kein Verzicht. Und eins ist auch klar. Nach dem bestehenden Jagdgesetz darf ein Jäger nicht einfach schiessen. In BW dürfen das nur als Jagdschutzbeauftragte Jäger, diese unterstehen der Dienstaufsicht der Jagdbehörden (die leider oft genug korrupt sind) und somit muss nach dem Verwaltungsrecht eine Interessenabwägung der Rechtsgüter erfolgen. Der Jäger hat hierbei die Nachweispflicht weil er in das Eigentum anderer eingreift. Sagt ihnen aber keine Jagdbehörde. Warum wohl??
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