Streit um MyTaxi Taxi-Zentrale will Daimler-Tochter ausbremsen

Von Jürgen Bock 

My-Taxi-Nutzer erhalten zurzeit weltweit 50 Prozent Rabatt bei Taxifahrten, die über die App vermittelt werden Foto: dpa
My-Taxi-Nutzer erhalten zurzeit weltweit 50 Prozent Rabatt bei Taxifahrten, die über die App vermittelt werdenFoto: dpa

Im Streit zwischen der Taxibranche und der Daimler-Tochter MyTaxi gibt es jetzt eine erste juristische Auseinandersetzung. Die Stuttgarter Taxi-Auto-Zentrale, die die Fahrten in der Landeshauptstadt vermittelt, hat eine einstweilige Verfügung gegen MyTaxi erwirkt.

Stuttgart - Der Streit zwischen der deutschen Taxibranche und der Daimler-Tochter My Taxi hat die nächste Stufe erreicht. Die Stuttgarter Taxi-Auto-Zentrale (TAZ), die die Fahrten in der Landeshauptstadt vermittelt, hat eine einstweilige Verfügung gegen My Taxi erwirkt. ­Damit will die Vermittlungszentrale dem Konkurrenten untersagen, eine derzeit laufende Marketingaktion fortzusetzen.

My-Taxi-Nutzer erhalten zurzeit weltweit 50 Prozent Rabatt bei Taxifahrten, die über die App vermittelt werden. Die Anwendung für das Mobiltelefon ist den Taxizentralen bundesweit ein Dorn im Auge, weil sie eine Konkurrenz darstellt. „Laut Personenbeförderungsgesetz dürfen die festgelegten Taxitarife weder über- noch unterschritten werden“, sagt der TAZ-Vorstandsvorsitzende Murat Arslan. Man akzeptiere Wettbewerb, aber es müssten gleiche Bedingungen für alle herrschen. „My Taxi versucht, auf diese unlautere Weise Kunden zu gewinnen und die bestehenden örtlichen Taxizentralen in ganz Deutschland zu schwächen“, kritisiert Arslan.

Er hofft, dass andere Taxizentralen dem Stuttgarter Beispiel folgen werden. Der deutsche Taxi- und Mietwagenverband hatte bereits vor wenigen Tagen das Vorgehen von My Taxi in einer Resolution scharf verurteilt und von einer schweren Belastung der jahrzehntelangen Partnerschaft mit Daimler gesprochen. Der Verband hat angekündigt, die Rabattaktion seinerseits juristisch überprüfen lassen zu wollen. „Wir begrüßen, dass man My Taxi jetzt die Grenzen aufzeigt“, sagt Präsident Michael Müller. Es sei aber andererseits „sehr schade“, dass das nach einer so langen Zeit der vertrauensvollen gegenseitigen Zusammenarbeit mit Daimler notwendig sei: „Wir hoffen, dass das Signal ankommt, damit wir unsere Partnerschaft fortsetzen können.“

Daimler gilt als wichtigster Partner der deutschen Taxibranche. Nach Verbandsangaben kommen rund 60 Prozent der 90 000 Fahrzeuge aus dem Hause Daimler.

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