Streit um „80 Millionen“ Max Giesinger wehrt sich gegen die AfD

Von Knut Krohn 

Max Giesinger will nicht, dass die AfD auf Veranstaltungen seinen Hit „80 Millionen“ spielt. Deshalb geht der Sänger gegen die Partei vor.

Stuttgart - Die AfD bekommt in diesen Tagen Post vom Anwalt. Die Juristen werden in diesem Fall allerdings nicht wegen politisch fragwürdiger Aussagen auf den Plan gerufen. Dieses Mal geht es um die Verwendung deutschen Liedgutes. Der Grund: Bei einer Wahlveranstaltung der Alternative für Deutschland in Pforzheim schallte zur Einstimmung der Gäste der Hit „80 Millionen“ des Sängers Max Giesinger aus den Lautsprechern.

Max Giesinger wettert gegen die AfD

Der Künstler findet das allerdings gar nicht gut. „Die Nutzung des Songs ‚80 Millionen‘ für Wahlkampfveranstaltungen der AfD war nicht mit mir und meinem Team abgesprochen und wäre auch niemals von mir freigegeben worden“, erklärt der Sänger gegenüber dieser Zeitung. Und weiter: „Es verärgert mich extrem, dass eine Partei, deren politische Einstellung ich in keinster Weise teile, meine Musik für ihren Wahlkampf instrumentalisiert und ohne mein Wissen benutzt.“

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Die AfD ist sich keiner Schuld bewusst

Die AfD ist erstaunt über die Reaktion des Sängers. „Die Veranstaltung ist ganz regulär bei der Gema angemeldet gewesen“, heißt es vom Kreisverband Pforzheim. Doch die Sache ist etwas komplizierter. Ein Künstler könne auch aus „moralischen Gründen“ ablehnen, dass ein Lied von ihm gespielt wird, erklärt ein Sprecher der Plattenfirma BMG Rights Management, bei der Giesinger unter Vertrag ist. Und weiter: „Wenn ein Lied auf dem Markt ist, muss ein Künstler das Recht haben, dass es nicht für alles verwendet wird.“ So habe etwa der Sänger Andreas Bourani eine einstweilige Verfügung gegen den Landesverband der Thüringer NPD erwirkt.

Demnach darf die als rechtsextrem eingestufte Partei Bouranis Song „Auf uns” nicht mehr für Wahlveranstaltungen benutzen. Das sei im Vorfeld der Thüringer Landtagswahlen passiert. Die Begründung von Andreas Bourani: „Es ist in keiner Weise zu akzeptieren, dass sich Parteien ungefragt meiner Musik und meinen Kompositionen bedienen, um ihre Inhalte zu transportieren. Schon gar nicht, wenn diese in krassem Widerspruch zu meiner politischen Weltanschauung stehen.“

Ähnliches versucht nun auch Max Giesinger im Fall des Liedes „80 Millionen“ gegen die AfD zu erreichen. Er erklärt: „Aktuell gehen unsere Anwälte dagegen vor.“

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