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Street View Datenpanne kommt zur Unzeit

Anne Guhlich, vom 25.05.2010 19:00 Uhr
Das Projekt "Street View" ist sehr umstritten. Foto: dpa
Das Projekt "Street View" ist sehr umstritten. Foto: dpa

Bleibt es dabei, droht Google ein Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro. Damit wolle man den Druck erhöhen, so Caspar. "Es kann jetzt nicht dabei bleiben, dass sich das Unternehmen entschuldigt, es muss jetzt auch die Verantwortung übernehmen", so der Datenschützer. Für die Unterbrechung der Fahrten lobt er Google: "Damit kommen die Mitarbeiter den Behörden entgegen."

Es wird zu klären sein, ob Google die privaten Daten aus ungesicherten W-Lan-Netzen tatsächlich aus Versehen abgegriffen hat - und wie. Für das unabsichtliche Ausspähen der Daten hat Google einen Software-Fehler verantwortlich gemacht. Dieser sei erst aufgefallen, nachdem man sich bei Google mit einem Fragenkatalog des Hamburger Datenschutzbeauftragten auseinandergesetzt habe, heißt es von Unternehmensseite.

Die Datenpanne kommt für Google zur Unzeit. Bei Bürgern und Verbraucherschützern sorgt das Projekt Street View ohnehin schon für Ärger. Nach Einschätzung von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) wird der Internet-Dienst auch deswegen nicht wie geplant 2010 starten. Bereits eine fünfstellige Zahl von Bürgern habe sich gegen die Veröffentlichung von Bildern ihrer Häuser im Internet gewehrt, sagt Aigner. Google hat in einem 13-Punkte-Katalog zugesichert, vor der Freischaltung von Street View alle Widersprüche umzusetzen und generell auf allen Bildern Gesichter und Kfz-Kennzeichen unkenntlich zu machen, sagte Aigner.

Wer nicht will, dass sein Haus oder Garten im Internet veröffentlicht wird, kann beim Konzern widersprechen. Google Street View veröffentlicht zwei Monate, bevor der Dienst online geht, die gespeicherten Bilder. Wer sein Anwesen erkennt, muss selbst aktiv werden.

Kommentare (4)
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MAI
26
12:33 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
An die eigene Nase
Statt auf google zu zeigen, die einen meiner Meinung nach völlig ungefährlichen, dafür sehr nützlichen Dienst an den Start bringen wollen, sollten sich die Leute die sich jetzt aufregen besser überlegen, was der Staat an Daten sammelt, wenn Dinge wie ELENA und Vorratsdatenspeicherung umgesetzt werden. Diese furchtbare Verweigerungshaltung gegenüber allem "neuen", besonders wenn es auch noch "aus dem Internet" kommt, ist so frustrierend. High-Tech und Wissensstandort Deutschland? Nicht mit dieser Haltung innerhalb der Politik & bei so manchem Bürger.
MAI
26
09:14 Uhr, geschrieben von Andreas
Wie man aus Versehen WLAN-Daten mitschneidet...
Kristian Köhntopp hat über den angeblichen Datenskandal einen wirklich lesenswerten Text geschrieben: http://blog.koehntopp.de/archives/2860-Wie-man-aus-Versehen-WLAN-Daten-mitschneidet.html Auch wenn Goolge in vielen Bereichen sicherlich Anlass zur Sorge geben kann - in Bezug auf die Speicherung der (vermeintlichen) WLAN-Nutzungsdaten scheint die Diskussion doch an der Realität vorbeizugehen (insbesondere im Vergleich z.B. zu ELENA, ePerso, Elektronischer Gesundheitskarte, SWIFT und der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung). Und dass sich aus dem Betrieb eines ungeschützten WLANs (und nur von diesen wurden ja Beacons und Payload mitgeschnitten) sogar eine Störerhaftung des Anschlussinhabers ergeben kann, hat unlängst das BGH festgestellt... Fazit: Mehr Aufklärung würde der Sache mit Sicherheit (sic!) guttun.
MAI
25
22:54 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Aufnahmestopp war am 14. Mai
Google hat - zumindestens nach eigenen Angaben - die Aufnahmefahrzeuge bereits am 14. Mai eingemottet - siehe http://googleblog.blogspot.com/2010/05/wifi-data-collection-update.html
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