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Interview "Ich bin erschüttert"

Frank Krause, vom 04.10.2010 19:15 Uhr
 Foto: dpa
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Stuttgart - Brutale Foltermethoden, das Erbrochene wieder essen, dazu Kinderarbeit: So sah es früher in vielen Kinderheimen aus. Jetzt haben Betroffene im Landtag ihr Leid öffentlich gemacht. Sozialministerin Monika Stolz fordert Aufklärung.

Frau Stolz, lange Zeit haben sich Heimkinder nicht getraut, ihre Leiden aus den 50er und 60er Jahren öffentlich zu machen. Nun haben einige das Schweigen gebrochen. Was empfinden Sie, wenn Sie das hören?

Ich bin erschüttert, wenn man liest, wie Kinder gequält und zu Arbeitsdiensten missbraucht wurden. Ich frage mich, mit welcher Zielsetzung die Heimerziehung damals eigentlich betrieben wurde. Ich bin aber auch deshalb entsetzt, wenn man vor Augen hat, welche Anstrengungen heutzutage unternommen werden, wie man mit den Kindern in der stationären Unterbringung heute umgeht und welche guten pädagogischen Konzepte dahinterstehen. Da hat sich glücklicherweise sehr viel getan.

Warum hat es so lange gedauert, bis die Betroffenen gehört wurden?

Es ist doch oft so, dass man längere Zeit nicht in der Lage ist, über solche Erlebnisse zu reden. Wir kennen das ja auch vom Thema sexueller Missbrauch. Das Leid ist dann so groß, dass man nicht darüber reden kann - zumal wenn es obendrein in der Öffentlichkeit ein Tabu-Thema ist. Umso wichtiger ist es, dass jetzt die damaligen Missstände zur Sprache kommen.

Der Bann ist also gebrochen. Was kann das Land für die Betroffenen von damals tun?

Es ist wichtig, dass die Geschädigten zu Wort kommen. Ich sehe da vor allem die Träger der damaligen Einrichtungen in der Pflicht. Sie müssen die Gespräche mit den Betroffenen führen und ihnen die Möglichkeit geben, über ihre Kindheit zu reden. Nur so können die Vorgänge aufgearbeitet werden.

 

Kommentare (6)
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OKT
08
15:14 Uhr, geschrieben von Richard Hagenauer
Fehlermeldung
Ich habe in meinem Kommentar "Kindesmissbrauch mittels Nikotin verschwiegen" täglich 300 von Nikotin getötete Kinder..... genannt. Richtig ist: jährlich 300.... Entschuldigen Sie
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OKT
07
22:12 Uhr, geschrieben von Richard Hagenauer
Kindesmissbrauch mittels Nikotin wird verschwiegen
Ich stelle die Frage an alle Politiker, alle Richter, alle Staatsanwälte, alle Kirchen, warum der körperliche Missbrauch an Kindern, mittels der hochgiftigen Droge Nikotin, vorsätzlich verschwiegen wird!??? Es ist eine Scheinheiligkeit erster Güte, wenn Frau Monika Stolz sich einerseits über Handgreiflichkeiten und sexuellen Übergriffen an Kindern äußert, über täglich 300 von Nikotin getötete Kinder keine einzige Silbe verliert! Diese Verhaltensweise schließt nicht aus, dass hohe Schmiergelder die Entscheidungsfreiheit der Politiker beeinflussen!
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OKT
07
13:22 Uhr, geschrieben von Birgit Kübler
Jedes Opfer ist eins zuviel!
Die Kirchen und viele Heimleiter haben ihr eigenes Image kaputtgemacht. Wer Kinder derart unmenschlich traktiert, darf nicht mit Kindern zusammensein. Ich kenne Eltern, die sich nicht mehr trauen, ihre Kinder in den Urlaub mit kirchlichen Organisationen zu schicken. Auch heute wird sehr oft mit Kindern schlecht umgegangen: Viele hungern, frieren, werden sexuell mißbraucht und ca. 8,4 Millionen Heranwachsende werden sogar im Elternhaus mit Tabakrauchgiften für ihr ganzes Leben geschädigt. Warum spricht man nicht über dieses Verbrechen an den Schutzbefohlenen? Viele Kinder werden krank oder sterben wegen Zwangsberauchung. Wo bleibt der Nichtraucherschutz für Kinder? Hier herrscht leider noch das ganz große Schweigen.
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