Steuerverwaltung Baden-Württemberg Millionen Umschläge fast für die Tonne

Von Konstantin Schwarz 

Die Steuererklärung ist ein Anlass für Post vom Finanzamt. Die Briefhüllen dazu sind geändert worden. Foto: dpa
Die Steuererklärung ist ein Anlass für Post vom Finanzamt. Die Briefhüllen dazu sind geändert worden. Foto: dpa

Die oberste Finanzverwaltung des Landes hat die Finanzämter aufgefordert, Kuverts zu entsorgen. Dass es noch drei Millionen davon gibt war unbekannt.

Stuttgart - Auch die Finanzverwaltung des Landes Baden-Württemberg muss um Nachwuchs werben. Das tat sie bisher auf jedem Fensterkuvert mit einem dezenten Hinweis auf ihre Kampagne www.was-gibts-zu-glotzen.de. Seit dem 1. September gibt es weniger zu glotzen. „Steuer kann ich auch“, lautet die neue Werbebotschaft mit gleichnamiger Internetadresse, die sich nun von einer Linie umschlossen und einem farbigen Punkt gekrönt auf den neuen Umschlägen findet.

Mit der Umstellung auf die neue Werbebotschaft sollten die 65 Finanzämter im Land die alten Briefhüllen entsorgen. Ihre Verwendung sei ab dem Zeitpunkt der Erstauslieferung der neuen einzustellen. Die Auslieferung datiert auf den 4. September. Jedes der Ämter erhielt im Zuge dessen 6000 Kuverts als Erstausstattung. „Restbestände sind auszusondern und zu entsorgen“, wies die Oberfinanzdirektion (OFD) die Ämter zum Kehraus an.

Die Lager sind voll

Allerdings hatten die obersten Steuereintreiber nicht mit der Hamstermentalität der Dienststellen gerechnet. Allein die Stuttgarter Ämter haben mehr als 250 000 Hüllen mit dem alten Spruch auf Lager. In der Summe bunkerten alle Ämter im Land zusammen rund drei Millionen Umschläge. Das teilte das Finanzministerium von Edith Sitzmann (Grüne) auf Anfrage dieser Zeitung zerknirscht mit. „Die Oberfinanzdirektion ist davon ausgegangen, dass es nur geringe Restbestände der alten Umschläge gibt“, sagt ein Sprecher des Finanzministeriums. Die drei Millionen Umschläge stellten einen Wert von 25 000 Euro dar. Eigentlich keine Summe, mit der sich im Landeshaushalt jemand aufhalten würde.

Erst durch die Anfrage habe man den Bestand abgefragt und die hohe Lagerzahl entdeckt. „Um Ihnen da nichts vorzumachen: Das ist schief gegangen, das kann man nicht anders sagen“, schüttet sich das Ministerium einen dicken Sack Asche aufs Haupt. Die OFD habe die Ämter nun angewiesen, den Altbestand aufzubrauchen.

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