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Stau-Vergleich der Städte Stuttgart holt sich Stau-Titel zurück

Von Konstantin Schwarz 

Nach Berechnungen des Unternehmens Inrix standen Autofahrer 2015 in Stuttgart im Schnitt 73 Stunden im Stau, wie  hier auf der  B 27 beim Einkaufszentrum Milaneo Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Nach Berechnungen des Unternehmens Inrix standen Autofahrer 2015 in Stuttgart im Schnitt 73 Stunden im Stau, wie hier auf der B 27 beim Einkaufszentrum MilaneoFoto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Landeshauptstadt hat sich nach Analysen des Unternehmens Inrix 2015 den fragwürdigen Titel der bundesweiten Stau-Hauptstadt zurückgeholt. 2014 lag Köln vorn. Im Vergleich europäischer Metropolen rangiert Stuttgart gleich hinter London.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt ist wieder Stau-Hauptstadt der Republik. Hier verbrachten Autofahrer 2015 im Schnitt 73 Stunden im stehenden Verkehr, das waren 8,5 mehr als 2014. Schon damals hatte die Stauzeit gegenüber dem Vorjahr um vier Stunden zugelegt. Auch 2012 und 2013 gab es Zunahmen. Europaweit findet sich Stuttgart hinter London und vor Antwerpen in bester Gesellschaft. Im Bund hat es Köln (71 Stunden) vom Spitzenplatz verdrängt.

Unter den zehn schlimmsten Staustrecken, die das Unternehmen Inrix bei seiner Untersuchung in der Republik identifizierte, finden sich zwei Stuttgarter Verbindungen: die B 27 zwischen Olgaeck und Zuffenhausen und die Strecke vom Pragtunnel bis in den Stuttgarter Osten. Pendler werden das bestätigen können, aber viele weitere Routen, zum Beispiel die B 14 vor dem Heslacher Tunnel oder die B 27 in Richtung Innenstadt als tägliche Horrorpiste anführen.

Nur Münchens Mittlerer Ring ist schlimmer

Ganz vorn in der Hitliste der gefürchtetsten Staustrecken in der Republik rangiert der Mittlere Ring in München. Das Unternehmen Inrix bietet Apps für die Routenplanung und empfängt nach eigener Aussage mobile Daten von über einer Million Lastwagen, Kameras, Straßensensoren und Navigationssystemen und nennt Ford, BMW und Toyota als Kunden. Aus der Datenfülle vernetzter Automobile lassen sich Entwicklungen ablesen und Rangfolgen errechnen. So verzeichnete Stuttgart laut Inrix 2015 von 96 untersuchten europäischen Städten mit einem Plus von 14 Prozent den stärksten Anstieg bei Staus. Unter den ersten zehn Stau-Städten in Europa finden sich auch Köln, Karlsruhe und München.

Die Gründe für die weitere Zunahme der durchschnittlichen Stauzeit – sie liegt in Stuttgart pro Arbeitstag bei umgerechnet fast 20 Minuten – sieht das Unternehmen in den steigenden Zulassungs- und Einwohnerzahlen, dem florierenden Arbeitsmarkt und den gesunkenen Spritpreisen. Auch die innerstädtischen Baustellen, mit denen zum Beispiel das Bahnprojekt Stuttgart 21 die  B 14 (Adenauerstraße) und die B 27 (Heilbronner Straße) traf, könnten dazu beitragen.

Nur Bus, Bahn und Telematik hilft

„Stuttgart ist Opfer seines eigenen Erfolgs, mit einem soliden Arbeitsmarkt und einer wachsenden Wirtschaft, die mehr Autopendler, mehr Investitionen und somit folglich mehr Verkehr anzieht“, sagt Inrix-Präsident Bryan Mistele.

Die Unternehmensdaten zeigen, dass es in 70 Prozent der 13 analysierten europäischen Länder einen Rückgang gab. Das könne auf eine stagnierende Wirtschaft zurückgeführt werden. Die Ergebnisse sind allerdings widersprüchlich. So nahm die Stauzeit deutschlandweit 2015 um eine auf 38 Stunden ab. In der Schweiz stieg sie um 1,2 Stunden.

Während auf den Autobahnen noch Ausbauten möglich seien, könnten Städte ihre Straßenkapazität kaum erhöhen, sagt Professor Michael Schreckenberg, Verkehrsexperte an der Universität Duisburg-Essen. Die Infrastruktur stoße an ihre Grenzen.

Die Lösung der Stauprobleme sieht der Verkehrslage-Dienstleister in den Metropolen nicht im weiteren Straßenbau. Lösungen seien mehr Massenverkehrsmittel, also der Ausbau des Bus- und Bahnangebots, aber auch Telematik, also das Nutzen minutengenauer Verkehrsdaten, mit denen sich zum Beispiel Signalintervalle an den Verkehr anpassen und freie Parkplätze anzeigen ließen.

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