Im zurückliegenden Jahr hatte die Stadt massive Kritik aus der Immobilienwirtschaft einstecken müssen, weil sie auf der weltgrößten Immobilienmesse Mipim im französischen Cannes nur mit einem Ministand vertreten war. Hintergrund: der Wirtschaftsförderung war es 2011 nicht gelungen, genügend Sponsoren für eine Messebeteiligung zu gewinnen. So hätte die Stadt Stuttgart das Risiko der Finanzierung in Höhe von rund 300 000 Euro allein schultern müssen.
Dass es kein zweites Mal so einen Auftritt der Landeshauptstadt auf dieser wichtigen Messe geben dürfte, darin waren sich alle Beteiligten relativ schnell einig. Allerdings war auch immer klar, dass die Stadt in Anbetracht der klammen kommunalen Finanzlage nicht bereit sein würde, allein das Risiko der Veranstaltung zu tragen. Aber auch die Akquise der Immobilienunternehmen erwies sich in den zurückliegenden Jahren als nicht ganz so leichtes Unterfangen für eine städtische Stabsabteilung wie die Wirtschaftsförderung. Zum Ende der Bewerbungsfrist für die Mipim 2011 hatten sich gerade einmal vier Sponsoren gefunden.
Stuttgart: dynamisch, innovativ, nachhaltig
In diesem Jahr soll alles anders sein. Unter dem Motto „Stuttgart: dynamisch, innovativ, nachhaltig” präsentiert sich die Wirtschaftsförderung Stuttgart erstmals gemeinsam mit dem Verband IWS Immobilienwirtschaft Stuttgart und 14 weiteren Partnern wieder auf einem großen Gemeinschaftsstand. Dass in diesem Jahr genügend Sponsoren für die Mipim gefunden wurden, dürfte auch am IWS liegen, der in diesem Jahr nicht nur das finanzielle Risiko trägt, sondern auch die Akquise der Standpartner übernommen hatte. „Bevor die Finanzierung nicht geklärt war, habe ich keinen einzigen Vertrag unterschrieben”, so Peter Brenner, Vorsitzender des Vorstands des IWS. Immerhin kostet das Messeengagement rund 350 000 Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Allein 90 000 Euro verlangt die Mipim für die 140 Quadratmeter Standfläche im vierten Stock des Palais des Festivals inklusive Terrasse mit Blick auf den Hafen von Cannes. Dass die Veranstalter der Mipim fast jeden Preis für die Standflächen verlangen können, liegt auch daran, dass die Standflächen im vierten Stockwerk sehr beliebt sind. Manche Städte sollen sich sogar auf eine Warteliste setzen lassen, was den Städten praktisch keinen Verhandlungsspielraum bei den Preisen gibt. Stuttgart hatte in diesem Jahr sogar Glück. Wäre Mailand nicht kurzfristig abgesprungen, hätte man einen der weniger begehrten Standplätze im „Bunker” anmieten müssen. Und das wäre weder für den IWS noch die Wirtschaftsförderung infrage gekommen.
Ein Drittel der Kosten werden von der Stadt getragen
Von Anfang an war die Finanzierung der Mipim der Dreh- und Angelpunkt. Erst nachdem der IWS die Initiative ergriffen hatte und Hans Pfeifer von der SPD sich im Stuttgarter Gemeinderat für einen Zuschuss starkgemacht hatte, konnte die Teilnahme an der Messe vom IWS vorangetrieben werden. Während rund ein Drittel der Kosten von der Stadt getragen wird, musste der Rest über Standpartnerschaften erwirtschaftet werden. Diese kosten in diesem Jahr je nach gewähltem Paket 13 000 oder 18 000 Euro. Es seien aber mittlerweile genügend Sponsoren an Bord, so dass die Finanzierung gesichert sei, versichert Peter Brenner. Ausschlaggebend für die größere Beteiligung dürfte aber auch gewesen sein, dass im Gegensatz zu den zurückliegenden Jahren die Standpartner in diesem Jahr ein größeres Mitspracherecht bei der Standgestaltung hatten.
Dazu wurde von der Ippolito Fleitz Group ein flexibles Messestandkonzept entwickelt, das die Präsentationen der Standpartner in den Mittelpunkt stellt. Ein Novum dabei: die einzelnen Präsentationen liegen ausschließlich digital vor. Um die Inhalte der Standpartner zu transportieren, werden alle digitalen Kanäle - von großflächigen Bildschirmen über Touchmonitore bis zu mobilen Endgeräten - bespielt, erläuterte Marcel Heller von Heller Designstudio das neue Kommunikationskonzept jetzt bei der Vorstellung des Messeauftritts.
