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Städtische Krankenhäuser Geschäftsführer des Klinikums unter Druck

Von Konstantin Schwarz 

Der Klinkums-Geschäftsführer Ralf-Michael Schmitz steht wegen der Verluste in der Kritik Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Der Klinkums-Geschäftsführer Ralf-Michael Schmitz steht wegen der Verluste in der KritikFoto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Im städtischen Klinikum wird die Führungsstruktur überprüft. Der Geschäftsführer ist wegen des Defizits unter Druck.

Stuttgart - Die Geschäftsführung des Klinikums Stuttgart steht nach einem Millionenverlust und dem abrupten Weggang des Klinischen Direktors Jürgen Graf nach Frankfurt vor dem Umbruch. Am 18. März soll der Gemeinderat auf der Grundlage eines externen Gutachtes über die künftige Struktur entscheiden. Wichtigste Fragen dabei: Bleibt der langjährige Chef Ralf-Michael Schmitz (54) Alleingeschäftsführer? In anderen großen städtischen Gesellschaften herrscht an der Spitze das Vier-Augen-Prinzip. Schmitz aber hat im Arbeitsvertrag explizit die alleinig Geschäftsführung stehen, in der Krankenhaus-Satzung ist sie ebenfalls verankert.

„Die Funktionsbeschreibung und die Besetzung der Krankenhausleitung war ausdrücklicher Wunsch der Geschäftsführung“, sagt Krankenhausbürgermeister Werner Wölfle (Grüne). Zur Struktur will er keine Aussage machen. Details der Verhandlungen mit Schmitz waren am Freitag aber Thema im nicht öffentlichen Teil des Krankenhausausschusses. Die jährliche Zielvereinbarung für 2016 sei nicht unterschrieben, weil Schmitz es ablehne, dass sein Bonus der Entlastung durch den Gemeinderat unterworfen werden soll, sagten Teilnehmer. Wölfle bestätigt das auf Anfrage. Der Bonus betrug 2014 rund 117 000 Euro, insgesamt erhielt der Geschäftsführer 399 000 Euro und war damit der höchstdotierte städtische Manager. Der Gemeinderat verweigerte für 2014 die Entlastung wegen drohender Verluste im Umfang von zehn Millionen Euro bei Auslandsgeschäften mit Patienten aus Libyen.

Schmitz kann sich Doppelspitze vorstellen

Schmitz selbst hält die Verzögerung bei der Zielvereinbarung für nicht außergewöhnlich, man sei in einem „laufenden Prozess“. Zur Doppelspitze sagt er: „Als ich hier vor zwölf Jahren gestartet bin, gab es einen zweiten Geschäftsführer“. Die Strukturfrage habe das Klinikum selbst gestellt, auch weil die Anforderungen an Krankenhäuser und ihr Management stetig stiegen und Finanzierungsfragen in den Vordergrund rückten. Das Klinikum Stuttgart habe sich „in den letzten zehn Jahren gut entwickelt, die vereinbarten Jahresergebnisse haben wir erreicht, 2014 war eine Ausnahme“, so der Geschäftsführer. An einen „Goldenen Handschlag“ denke er nicht: „Ich bin hoch motiviert, die nächsten Jahre positiv zu gestalten“.

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