STUTTGART. ¸¸Wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit', lautet eine Bauernregel. Für den Deutschen Wetterdienst wird der Merkspruch für den 2. Februar aber zumindest dieses Jahr nicht zutreffen. Mit dem Tief Miriam droht in den nächsten Tagen bundesweit eine neue Schneefront - mit teilweise bis zu 25 Zentimeter Neuschnee.
Unter der ungewohnt langanhaltenden Kälte stöhnt vor allem Norddeutschland: Die Ostseeinsel Hiddensee ist von der Außenwelt abgeschnitten, vorsorglich hat der Bürgermeister eine Notfallversorgung mit Flugzeugen beantragt. In Hamburg sind die Streusalzvorräte so stark zusammengeschrumpft, dass der Winterdienst jetzt sein Streugut strecken muss - um die Rutschgefahr auf den Straßen noch bekämpfen zu können, wird seit Montag ein Viertel Salz mit drei Vierteln Sand gemischt.
Allerdings wird Streusalz auch im Südwesten immer knapper. In Freiburg wurde am Sonntag der Salz-Notstand ausgerufen, auch in der Region Stuttgart schränken immer mehr Kommunen ihren Winterdienst ein. Nach Leinfelden-Echterdingen hat auch Esslingen angekündigt, wegen der Engpässe beim Streusalz nur noch die wichtigsten Hauptstraßen und besonders gefährliche Gefällstrecken zu streuen. Auch viele andere Kommunen rund um Stuttgart überlegen, ob sie vom Salz auf abstumpfendes Material wie Sand oder Splitt umsteigen. So ist in Vaihingen an der Enz das 200 Tonnen fassende Streusalzlager mittlerweile weitgehend leer, laut einer Stadtsprecherin reicht der Vorrat gerade noch zwei Tage.
Einen Vorteil hatte der Schnee freilich nach dem Überfall auf eine Postfiliale in Niederbachern bei Bonn. Fußspuren führten die Polizei zu den Tätern und der Beute.
Stuttgart und Region Seite 16