Staatsanwaltschaft Durchsuchungen bei Pforzheimer Islamisten

Von Franz Feyder 

Pforzheim entwickelte sich in den vergangenen Jahren immer stärker zu einem Treffpunkt der salafistischen Szene im Südwesten Foto: dpa
Pforzheim entwickelte sich in den vergangenen Jahren immer stärker zu einem Treffpunkt der salafistischen Szene im SüdwestenFoto: dpa

Polizeibeamte durchsuchen seit den frühen Morgenstunden mehrere Wohnungen von Islamisten in Pforzheim. Das bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Karlsruhe den Stuttgarter Nachrichten.

Pforzheim - Gegen die Verdächtigen werde wegen des "Verdachts der Vorbereitung einer schweren, staatsgefährdenden Gewalttat", ermittelt, sagte die Staatsanwältin. Es sei Material beschlagnahmt worden, das jetzt ausgewertet werden müsse. Festgenommen sei keiner der Verdächtigen worden. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte sie keine weiteren Einzelheiten nennen.

Nach Recherchen der StN waren an der Razzia mehrere Dutzend Ermittler des baden-württembergischen Landeskriminalamtes sowie des Polizeipräsidiums Karlsruhe beteiligt. Die Durchsuchung stünden jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Paris in der vergangenen Woche.

Pforzheim entwickelte sich in den vergangenen Jahren immer stärker zu einem Treffpunkt der salafistischen Szene im Südwesten. Hier traten Prediger wie die Kölner Pierre Vogel oder Ibrahim Abou Nagie ebenso auf wie der frühere bosnische Balkankämpfer und Jihadist Bilal Bosnic. Er steht in seiner Heimat im Verdacht, in Westeuropa Dschihadisten für den Krieg in Syrien und dem Irak zu rekrutieren.

Im Frühjahr 2013 reiste der Pforzheimer Munir I. nach Syrien aus, wo er sich zunächst der El-Kaida nahestehenden Terrororganisation Jabhat al-Nusra anschloss und in der Metropole Aleppo kämpfte. Seit vergangenem Jahr kämpft er gemeinsam mit dem Ex-Rapper Denis Cuspert für die Terrororganisation Islamischer Staat.

Bewerten
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Vielen Dank für Ihre Bewertung!
1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne 5.0
Interview mit Finanzministerin Sitzmann „Die größten Ausgabenblöcke in den Blick nehmen“

Von 31. Mai 2016 - 19:05 Uhr

Konsolidieren, Sanieren, Investieren: Das will die neue Finanzministerin Edith Sitzmann mit Grün-Schwarz umsetzen. Dieser Kurs sei schon unter grün-Rot erfolgreich gewesen, sagt die Grünen-Politikerin.