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Spritzen, Teppiche, Fastfood-Müll

"Kornwestheim und Kreis Ludwigsburg", vom 28.02.2011 02:45 Uhr
Kornwestheim 150 Kornwestheimer haben am Samstag bei der Markungsputzete die Landschaft ausgemistet. Von Sabine Baumert

Vier bis fünf Tonnen Müll kommen bei der Putzete schon jedes Jahr zusammen", schätzt Christine Hartkorn, die für die Stabsstelle Umweltbeauftragte die Organisation der Markungsputzete übernommen hat. Mehr als 150 Helferinnen und Helfer aus 21 Gruppen und Vereinen waren mit von der Partie, darunter spanische, griechische, kroatische und italienische Kultur- oder Elternvereine. Dazu kommen so unterschiedliche Gruppen wie die DLRG, der Eine Welt-Verein oder der Handharmonika-Club.

Beinahe nur aus Jugendlichen besteht die Gruppe der Neuapostolischen Kirche, die seit zwei Jahren bei der Putzete aktiv ist. Dieser Gruppe haben sich zwei Schüler der Uhlandschule angeschlossen, die auf diese Art ihren Sozialdienst ableisten. Die Theodor-Heuss-Realschule, die als einzige Schule regelmäßig bei der Putzete dabei ist, holt die Sammelaktion in ihrem Gebiet hinter dem Hornbergdurchlass am Donnerstag nach.

Von der Jugendfeuerwehr sind etwa 15 junge Leute in grell orangenen Warnwesten entlang der Aldinger Straße unterwegs. Sie haben binnen kürzester Zeit schon einen der großen grünen Säcke gefüllt, die einer aus der Gruppe vorher beim Städtischen Bauhof abgeholt hat. Die vollen Säcke werden dann an den Straßenrand gestellt und von Mitarbeitern des Bauhofs eingesammelt.

Neben zahlreichen großen und kleinen Schnapsflaschen haben die Nachwuchs-Feuerwehrleute drei Spritzen aufgesammelt. Und jede Menge Abfall aus einem nahe gelegenen Schnellrestaurant. Die Müllsammler vom Kocher- und Jagsttalverein sind entlang der alten B27 kurz vor der Ludwigsburger Markungsgrenze unterwegs und haben ähnliche Beobachtungen gemacht: "Für die sollte man eine Sondersteuer einführen", fordert einer von ihnen.

Mit mehr als 20 Teilnehmern stellt die Fliegergruppe das stärkste Kontingent an Helfern. Insgesamt machen zum allergrößten Teil Männer und Jungen bei der Aktion mit. Bei den Fliegern sind aber auch Kinder, eine Frau und ein Hund im Langen Feld fleißig am Sammeln. Wieso sie so viele Helfer aktivieren können? "Wir sind halt beim Fliegen immer aufeinander angewiesen", sagt einer von ihnen. Da sei der Zusammenhalt in der Gruppe sehr stark.

Auch beim Bürgerverein sind einige ganz junge Helfer im Ostgebiet eifrig bei der Sache, genau so wie der achtjährige Raúl beim Spanischen Eltern- und Kulturverein. Wieso er jedes Jahr mitmacht? "Es macht halt Spaß", sagt der Junge lachend.

Mit genau 40 Beinen ist der Hundesportverein auf Müllsuche. Genau genommen sind es zwölf Beine und 28 Pfoten. Jeder der sechs Helfer hat mindestens einen Hund dabei. Hinter dem Vereinsgelände nahe der B27 gibt es viel zu entdecken. Dabei finden die Vierbeiner zwar eigentlich ganz andere Dinge interessant als ihre Herrchen und Frauchen. Immerhin trauen sie sich aber auch in das kleine Bächlein neben dem Weg und haben dort schon etliche Glassplitter gefunden, die dann gleich im grünen Sack verstaut werden.

Ebenfalls im Gebiet Moldengraben/ Oßweiler Weg sind die fünf Männer vom Griechischen Elternverein unterwegs. Und haben beim Baumarkt einen großen Teppich entdeckt, der in keinen Müllsack passt und deshalb separat abgeholt werden muss.

Gäbe es einen Preis für die Gruppe, die am meisten Unrat gesammelt hat - der Liederkranz wäre bestimmt ein ganz heißer Titelkandidat. Wie in jedem Jahr sind die Männer um Vereinsvorstand Uli Francke zwischen der Domertalstraße und dem Wäldchen neben der Unterführung zur alten B27 unterwegs. In dessen Dunkel haben sich wohl besonders viele Autofahrer sicher gefühlt und auch sperrige Dinge abgeladen: neben Radkappen, die auch anderswo gefunden wurden, einen alten Fernseher und noch einen großen Teppich. Der Liederkranz konnte sicher auch den Helfer mit der weitesten Anreise aufbieten: ein Mann aus Bad Kreuznach, der eigentlich nur zu Besuch da ist, hat sich spontan zur Mithilfe bereiterklärt.

War es in diesem Jahr nun wohl mehr oder weniger Müll als in den vergangenen Jahren? Christine Hartkorn und Michael Köpple, die zusammen mit dem Praktikanten Jan Waitzmann praktisch alle Gruppen auf der großen Putzete-Fläche aufspüren konnten, sind sich sicher: "Es war wieder mehr Müll als im vorigen Jahr", sagen sie. Manche haben allerdings auch andere Beobachtungen gemacht, so wie die Fliegergruppe. "Dieses Jahr war es weniger", finden sie.

Am Ende der Rundfahrt stehen nur noch grüne Müllsäcke am Straßenrand. Die Müllsucher in den zuständigen Gruppen haben wohl schon ihre Aktion erfolgreich beendet und sich auf den Weg zum Bauhof gemacht.

Dort warten etwa 20 Mitglieder des DRK-Bereitschaftsdienstes und des Jugendrotkreuzes samt 160 Portionen Putengeschnetzeltes in Sahnesoße mit Reis auf die hungrigen Helfer. siehe Nachgefragt

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