Sprachen lernen Bonjour auf die Schnelle

Heike Weichler, 08.02.2013 05:00 Uhr

Good morning, bonjour, buon giorno - glaubt man einer Umfrage der Reise-Website www.lastminute.de, versuchen 77 Prozent der Deutschen, vor einer Reise wenigstens ein paar Brocken der Sprache ihres Urlaubslandes zu lernen oder vorhandene Kenntnisse zu verbessern. Die meisten wollen zumindest grüßen, nach dem Weg fragen oder im Restaurant etwas bestellen können. Weitere 15 Prozent gaben an, zum Lernen motiviert zu sein, es aber zeitlich nicht zu schaffen.

App
Spontan lernen an jedem beliebigen Ort? Mobile technische Geräte wie Smartphones, Tablet-PCs und Notebooks machen es möglich. Die Stiftung Warentest (www.test.de) hat sich den Markt für Lern-Apps, also der Lernprogramme für Handy & Co., angeschaut und dabei auf Vokabeltrainer für Englisch konzentriert, der weltweit im Tourismus wichtigsten Sprache. Die Inhalte sind einfach, die Lerneinheiten klein und Unterbrechungen sind jederzeit möglich. Im Test: elf Apps von kostenlos bis 16 Euro. Sie waren leicht zu bedienen, einfach herunterzuladen und ließen sich später problemlos deinstallieren. Was die Inhalte und Lehrweise der Apps betrifft, schnitt allerdings nur das Programm der kostenlosen Internet-Community Busuu Online (www.busuu.com) gut ab. Bei der Auswahl sollte man die kostenlosen Demo-Versionen nutzen, falls es sie gibt. Außerdem sollten die Vokabeln in Sätze oder Redewendungen eingebettet sein. Die Apps sind vor allem etwas für Anfänger oder Nutzer, die ihr Englisch auffrischen wollen. Fortgeschrittene dürften schnell unterfordert sein.

Audio-CD
Dieses Medium zum Sprachenlernen killt Ausreden wie „Ich würde ja gerne, aber leider fehlt die Zeit“. Audio-CDs lassen sich ähnlich mobil einsetzen wie Apps, aber auch nebenbei zu Hause nutzen, etwa beim Bügeln. Die meisten Audio-CDs sind mit einem Lernbuch oder -heft kombiniert, in dem der Text mitgelesen werden kann und Vokabellisten beigefügt sind. Bei dieser Strategie lernt man durch Zuhören und Mitsprechen in kurzen Lernschritten. Allerdings ist die Auswahl des richtigen Produktes nicht einfach. Internethändler Amazon hat unter dem Stichwort „Audio CD Englisch lernen“ 5458 Angebote gelistet. Achten sollte man auf Angaben wie Lernstufen und Themen des Programms. Für absolute Anfänger geeignet ist zum Beispiel „Englisch ganz leicht. Urlaubskurs“ (7,95 Euro) aus dem Hueber Verlag. Die beiden CDs vermitteln grundlegende Sprachstrukturen und einen Wortschatz, um sich in den wichtigsten Reisesituationen verständigen zu können. Eine gelungene Mischung aus Hörbuch, Musik und Sprachtrainer ist „Englisch lernen mit The Grooves - Travelling“ (16,90 Euro) von Digital Publishing. Swingende Jazzmusik untermalt rhythmisch gesprochene Texte. Der Clou: Sprache und Musik aktivieren dasselbe neuronale Netzwerk im Gehirn, man lernt leichter und mit Spaß. Wer Krimis liebt, kann auch mit spannenden Geschichten seine Englischkenntnisse erweitern. Im Compact Verlag etwa sind Hörkrimis mit Lernheft (6,95 Euro) für verschiedene Sprachlevels erschienen. Sie haben nur ganz wenig Zeit? Dann liegen Sie mit dem „Pons Mini-Sprachkurs Englisch - Mitreden können in 5 Stunden“ (5,99 Euro) richtig. Das Lehrbuch im Hosentaschenformat mit CD für den MP3-Spieler bietet 25 Lektionen, die wichtige Themen aus Urlaub und Alltag behandeln.

Bücher, Zeitschriften, Filme, TV
Wer schon über gute Kenntnisse einer Sprache verfügt, sein Wissen aber auffrischen und den Redefluss beleben möchte, übt am besten täglich mit authentischen Materialien. Das können Romane, Zeitschriften, Spielfilme oder TV-Nachrichten in der Landessprache sein. Auch hier lernt man eher nebenbei und paukt nicht im klassischen Sinn - genau richtig, wenn man nur nach Feierabend Zeit hat und eigentlich entspannen möchte. Zudem trainiert man hier die „echte“ Sprache und nicht die manchmal eher hölzernen Lehrbuchformulierungen.

Kombinierte Medien
Intensiv und ganz nach individuellen Bedürfnissen lernen, aber dabei örtlich flexibel sein? Dann ist der Sprachkurs „Langenscheidt IQ“ ideal. Das Programm ist ein Mix aus den Modulen Software, App, Audio-Kurs, Bücher und Online-Unterhaltungen mit muttersprachlichen Trainern. Zur Ausstattung gehört ein USB-Headset. Mit Hilfe eines programmierten Lern-Managers kann man seine persönliche Strategie maßschneidern - je nachdem, welche Kenntnisse, Ziele und Zeit man hat und welcher Lerntyp man ist. Vorab kann man einen Online-Einstufungstest machen, der Kurs ist auch für Anfänger geeignet. Inhaltlich geht es um Alltagssituationen und Landeskundliches. Die Lektionen sind didaktisch gut aufgebaut. Allerdings hat der geballte Medien-Mix seinen stolzen Preis: 189 Euro. Dafür gibt es auch eine sechsmonatige Rückgabegarantie.

Internet-Podcasts
Podcasts kann man als Rundfunksendungen bezeichnen, die über das Internet empfangen werden. Das Wort Podcast setzt sich zusammen aus iPod, dem MP3-Spieler von Apple, und Broadcasting, dem englischen Wort für Rundfunk. Diese Dateien können meist gratis auf den Computer oder einen MP3-Spieler heruntergeladen und jederzeit abgespielt werden. Auch zum Englisch-Lernen hält das Internet ein großes Angebot an geeigneten Podcasts bereit. Lohnenswerte Seiten, auf denen man nach dem richtigen Angebot stöbern kann: www.englisch-lernen-im-internet.de, www.podcast.de, www.online-sprachen-lernen.com, www.englischfuerdich.de, www.spotlight-online.de.

 
 
Kommentare (0)
  • Kommentar schreiben
  1. (Logout)
  2. Die Redaktion veröffentlicht ausgewählte Kommentare auch in der gedruckten Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten. Voraussetzung ist, dass der Beitrag mit Namen, Postanschrift und E-Mail (Adressen werden nicht veröffentlicht) vorliegt.
Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich.

Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.

Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.