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Sportlerehrung auf brasilianisch

"Strohgäu Extra", vom 09.02.2012 02:38 Uhr
Gerlingen Mehr als 70 Athleten werden im "aktuellen Sportstudio" von Bürgermeister Brenner ausgezeichnet. Von Andrea Till

Der rote Faden für die 29. Auflage der Gerlinger Sportlerehrung war schnell gefunden: Brasilien. Hauptamstleiter Erich Gscheidle, der die Veranstaltung aufgrund seiner bevorstehenden Pensionierung zum letzten Mal organisierte, ist seiner Zeit um einiges voraus. Die Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr ist noch gar nicht gespielt, da denkt der 64-Jährige schon an die nächste Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016, die beide in Südamerika stattfinden. Einen Vorgeschmack darauf boten am Dienstag Abend in der Gerlinger Stadthalle die spektakulären Tanzeinlagen einer 14-köpfigen Capoeira-Truppe. Der 29-jährige Capoeira-Weltmeister Estácio Ferreira da Silva begeisterte das Publikum mit der brasilianischen Kampfkunst, die mit temperamentvollen Tanzfiguren vertuscht wird (da jegliche Form der Kampftechnik bis in die 1930er Jahre verboten war). Der Rhythmus (der sogenannte "toque") wird bestimmt von traditionellen Instrumenten wie dem Berimbau (Musikbogen mit Klangkörper aus dem speziellen Biriba-Holz), dem Atabaque (Trommel) und dem Pandeiro (Rahmentrommel).

Auch Bürgermeister Georg Brenner, der vor rund 250 Gästen über 70 Sportler auszuzeichnen hatte, zeigte sich einmal mehr von seiner sportlichen Seite. Zum Auftakt des Abends lieferte er sich einige Ballwechsel mit dem baden-württembergischen Meister im Jugenddoppel der Altersklasse U 13, Patrick Heimann. Brenner parierte trotz Handicap (ihn ereilte nach dem Hexentanz beim Faschingsumzug ein Hexenschuss) tapfer die Angriffe seines 12-jährigen Gegners. Bis zu 400 Stundenkilometer schnell können die Naturfederbälle in den Spielen der Profis werden.

Äußerst erfolgreich waren auch die Junioren-Fußballer Pascal Nufer (er wurde mit der TSG Hoffenheim badischer Meister der C-Junioren) sowie Stefanie Werner und Selina Schindler (Spielerinnen beim VfL Sindelfingen in der 2. Bundesliga). Bis in die zweite Liga will der FC Gehenbühl zwar nicht. Etwas weiter nach oben darf es aber schon gehen. Passend zum 50. Geburtstag des Clubs hofft der Tabellenführer der Kreisliga B, am Ende der Saison den Sprung in die A-Liga zu meistern.

Das Publikum staunte aber nicht nur über die Leistungen der Geehrten, sondern auch über eine weitere akrobatische Showeinlage. Die württembergische Vizemeisterin im Gardetanz, die 14-jährige Nabila Teichler, und ihre Zwillingsschwester Chayenne boten eine ausgelassene Choreografie mit Rückwärts-Salto und Spagatsprung. Sportlich soll auch die Silberhochzeit mit der Partnerstadt Tata begangen werden. Bürgermeister Brenner lud die Gäste in der Stadthalle zur Teilnahme am dritten Stafettenlauf nach Ungarn ein. Vom 13. bis 15. Juni nehmen vier Gruppen, darunter auch Gemeinderäte und KSG-Mitglieder, die 800 Kilometer lange Distanz in Angriff. "Beim ersten Lauf nach Tata im Jahr 1991 war es wie ein Friedenslauf", so der Organisator Gscheidle.

Jedoch nicht Csárdás, sondern brasilianische Rhythmen erklangen am Ende des Sportstudios in Gerlingen. Die Gruppe "Wilde 13" in ihren farbenfrohen Kostümen präsentierten eine Samba. Brasilienkenner Gscheidle stand die Vorfreude quasi ins Gesicht geschrieben: Fußball-WM und Olympische Spiele wird er dann ganz in Ruhe als Pensionär verfolgen.

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