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Sportgebiet auf der Waldau Thema lockt zum Mitreden

Rüdiger Ott, vom 26.01.2012 13:30 Uhr
Bei der Neugestaltung geht es auch darum, wie man den Zugang zum Gazi-Stadion verbessert. Foto: Thorsten Drack
Bei der Neugestaltung geht es auch darum, wie man den Zugang zum Gazi-Stadion verbessert. Foto: Thorsten Drack

Degerloch - Die Resonanz war größer, als von den meisten erhofft. Rund 70 Teilnehmer haben sich am vergangenen Samstag im SSB-Veranstaltungszentrum auf der Waldau eingefunden, um über die Zukunft des Sportgebiets zu debattieren. Es war die Auftaktveranstaltung, der noch weitere Treffen in den nächsten drei Monaten folgen sollen. Wie berichtet, will die Stadt die Waldau umgestalten – und das schon seit fast zwei Jahrzehnten. Bereits 1994 wurden Gespräche geführt. Ab 2003 wurde erneut diskutiert. Es entstand ein Masterplan, aus dem letztlich nichts wurde. Die Kosten waren zu hoch, der Nutzen blieb im Ungenauen. Nun setzt die Stadt im großen Stil auf Bürgerbeteiligung.

„Es waren Teilnehmer von Sportvereinen dabei, aber auch aus der Verwaltung und der Lokalpolitik“, sagt Stefan Eckl, der Mitarbeiter des Stuttgarter Büros IKPS ist. Das Büro organisiert die Bürgerbeteiligung. Auch viele Anwohner hatten den Weg ins SSB-Veranstaltungszentrum gefunden. Nachdem die möglichen Themen angesprochen waren, wurden drei Arbeitsgruppen gebildet.

So wollen sich an die 30 Teilnehmer mit dem Thema Verkehr beschäftigen. Viele Anwohner ärgert, dass sie vor allem bei Spielen der Stuttgarter Kickers, aber auch bei anderen Sportveranstaltungen kaum noch Parkplätze finden. Etliche weichen mit ihren Autos ins nahe gelegene Wohngebiet aus. Pendler parken tagsüber entlang des Georgiiwegs, von wo aus sie mit der Bahn in die Innenstadt fahren. Das wiederum stört die Sportler, die mit dem Auto zum Training fahren.

Wie wird die Waldau noch attraktiver?

Eine weitere Arbeitsgruppe mit ähnlich hoher Beteiligung will sich damit beschäftigen, „wie man die Waldau attraktiver machen kann“, sagt Eckl. So ist es für Ortsunkundige schwer, sich in dem Geflecht von Einbahnstraßen und Gehwegen zurechtzufinden. „Es geht auch darum, wie man die Waldau besser an den nahen Wald anschließen kann“, sagt Eckl, „aber auch ganz banal darum, dass es so gut wie keine öffentlichen Sitzbänke gibt“.

Eine dritte Gruppe will sich mit der Aufteilung der Vereinsanlagen befassen. So ist geplant, einen zentralen Veranstaltungsplatz auf der Waldau zu schaffen, für den aber ein Sportplatz des SV Eintracht Stuttgart weichen müsste. „Ein weiterer Punkt ist das Thema Ballsporthalle“, sagt Eckl. So will die auf der Waldau beheimatete Waldschule eine Turnhalle in Kooperation mit der benachbarten TSG Stuttgart bauen. „Und es geht darum, wie man den Zugang zum Gazi-Stadion verbessern könnte“, sagt Eckl. Sollten die Blauen in die Dritte Liga aufsteigen, würde der Verkehr noch einmal zunehmen.

Obwohl von den Arbeitsgruppen bislang nur einige erste Ideen gesammelt wurden, „sehe ich eine große Chance, dass vieles verwirklicht werden kann“, sagt der CDU-Stadtrat Fred-Jürgen Stradinger. „Alle machen mit und es gibt nicht nur vorgefertigte Ideen der Verwaltung.“ Obwohl bei den Haushaltsberatungen im Dezember 2011 bereits einige Punkte bekannt waren – so etwa die geplante Ballsporthalle von Waldschule und TSG Stuttgart – sei es richtig gewesen, kein Geld zu bewilligen, um nicht vollendete Tatsachen zu schaffen. Ansonsten könne von Bürgerbeteiligung nicht die Rede sein. Doch die Resultate „müssen wir im Gemeinderat mit Finanzen unterlegen“, sagt Stradinger.

Auch Maria Hackl von der SPD hat „einen guten Eindruck“, sagt sie. „Die versprochene Transparenz ist da und die Hauptbotschaft ist: Es geht los.“ Michael Kienzle von den Gemeinderats-Grünen geht sogar noch weiter. „Das könnte etwas Wegweisendes geben auch für andere Großstädte.“

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