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Sparpaket Hier will Merkel sparen

ddp, vom 07.06.2010 15:13 Uhr
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Berlin - Der Bund will bis zum Jahr 2014 mehr als 80 Milliarden Euro einsparen, um den Haushalt zu sanieren. Das kündigten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Montag nach einer zweitägigen Sparklausur des Bundeskabinetts an.

 

Im kommenden Jahr sollen 11,2 Milliarden Euro gespart werden. Merkel sprach von einem „einmaligen Kraftakt“. Ziel des Sparpakets sei es, die Vorgaben der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse und den Euro-Stabilitätspakt einzuhalten. Der Haushalt 2011 soll am 7. Juli im Kabinett beschlossen werden.

Keine Erhöhung der Einkommenssteuer

 

Eine Erhöhung der Einkommenssteuer soll es nach Angaben von Westerwelle nicht geben. Auch soll der Bereich Bildung und Forschung unangetastet bleiben. Am Ziel, in dieser Legislaturperiode hier zwölf Milliarden Euro mehr auszugeben, werde festgehalten, betonte Merkel. Weitgehend unverändert bleiben auch der Verkehrs- und Bauetat.

Die Wirtschaft soll an dem Sparpaket beteiligt werden. Vergünstigungen bei der Energiebesteuerung sollen beseitigt und eine „ökologische Luftverkehrsabgabe“ eingeführt werden. Auch soll die Energiewirtschaft einen Teil der Gewinne aus der geplanten Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken an den Bund abführen.

Der Bankensektor soll in Form einer Finanzmarkttransaktionssteuer beteiligt werden, für die sich die Regierung international und in Europa einsetzen will.

Auch im Sozialsektor soll es Einsparungen geben. Die Kanzlerin unterstrich, Ziel sei es, die Anreize für die Aufnahme von Arbeit zu verbessern. So sollen die Eingliederungshilfen für Arbeitslose wieder auf das Niveau von 2006 zurückgeführt werden. Gespart werde auch bei den „Hartz IV“-Leistungen und beim Elterngeld.

Gespart werden soll zudem in der Bundesverwaltung. Auch durch eine Streitkräftereform erhofft sich die Regierung Einsparungen. Diese Reform werde „nicht marginal“, sondern „wesentlich“ sein, betonte Merkel. Hier seien noch keine Entscheidungen gefallen. In den nächsten Monaten werde aber in der bereits eingesetzten Reformkommission darüber sehr intensiv gesprochen.

Bau des Berliner Stadtschlosses wird verschoben

Dem Spardiktat zum Opfer fällt zunächst auch das Berliner Stadtschloss. Für die Jahre 2011 bis 2013 will der Bund hier keine Mittel zur Verfügung stellen. Merkel betonte, in ernsten Zeiten könne man sich nicht alles leisten, was man sich wünsche.

Westerwelle sagte: „Wir haben in den letzten Jahren über unsere Verhältnisse gelebt.“ Der FDP-Chef fügte hinzu: „Niemand spart gerne und doch ist es unbedingt notwendig“. Zugleich sprach er von einem gerechten Sparpaket, an dem die Wirtschaft und die Sozialsysteme gleichermaßen beteiligt seien. Auch der Staat werde seinen Beitrag leisten. Gleichzeitig sei es gelungen, die „Wachstumskräfte nicht abzuwürgen“. Es werde weder Erhöhungen der Einkommens- noch der Mehrwertsteuer noch Steigerungen beim Solidaritätszuschlag geben, betonte Westerwelle.

 

Kommentare (6)
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JUN
08
12:56 Uhr, geschrieben von Nada Markowitsch
Natürlich die Hartz IV Empfänger wieder!
Warum soll im Sozialstaat gespart werden? Was ist daran Sozial? Wenn ich an die Millionen denke, die die Volkszählung kosten und an die Millionen für Griechenland, an die Millionen für Stuttgart 21 und, und und... und nun sollen insbesondere die Arbeitslosen für den Mist, für den die Regierung eigens verantwortlich ist, als Sündenböcke herhalten . Die Regierung präsendiert sich hier mal wieder in Selbstherrlichkeit und Selbstbeweihräucherung mit den Worten, " Arbeitslose sollen durch die Sparmassnahmen zum arbeiten angereizt werden" was aber nichts weiter als "Werbung" für die eigenen Reihen ist. Die Hartz IV Empfänger sind für die Regierung offensichtlich sehr gut geeignet, um für das Versagen der Regierung als Lückenbüsser stramm zu stehen.... ohnmächtige Wut breitet sich in der Bevölkerung gegen die Regierung aus und das zu Recht.
JUN
07
20:21 Uhr, geschrieben von Norbert Stoll
So spart man vernünftig
In der heutigen Ausgabe werden die Leser gefragt:"Wo soll die Bundesregierung am meisten einsparen?" Hierzu mein Vorschlag: Am besten einzusparen sind unfähige Manager, die Milliarden vernichten und dafür auch noch Millionen in die eigene Tasche kassieren. Einzusparen sind Politiker, die diesen Wahnsinn unterstützen und nur ihren Wahlsieg im Kopf haben. Und zu guter Letzt sind auch Vertreter der Arbeitgeberverbände entbehrlich, die am Sozialetat sparen wollen, nur um die Position der Arbeitgeber zu stärken. Was gibt es aus deren Sicht Schöneres, wenn ein Arbeitnehmer mit dem Damoklesschwert Hartz IV im Rücken bereit ist, sich für 6,50 Stundenlohn abzudackeln?
JUN
07
19:42 Uhr, geschrieben von Wolfgang Scheu
Eher ungeschickt, das Ganze !
Mit der, bei Verteilungsmaßnahmen seit Jahren ebenso beliebten wie uneffizienten Gießkanne wäre man zumindest in der ersten der vier Rouletterunden wahrscheinlich besser dagestanden, als sich beim Sparen gleich zu anfangs maßgeblich auf den Haushalt für Arbeit und Soziales zu stürzen. So fehlt zunächst ein eindeutiges Zeichen, es werde gerecht zugehen. Indem man alle in die Pflicht (intelligenten) Sparens nimmt hätte man sich zwar auch das Gemecker aller anhören müssen, dies wäre u.U. aber erträglicher gewesen als das nun zu erwartende Dauergezeter der Opposition. Dabei würden auch Rot-Rot-Grün früher oder später nicht am Sozialetat mit seinen 120 Mrd. Euro vorbeikommen, und womöglich sind sie schneller in dieser Situation als ihnen lieb ist. Jeder, der auf der Soll-und-Habenliste der jetzt beschlossenen, ersten Konsolidierungsmaßnahmen den ein oder anderen Bundesetat oder eine Gruppe unserer Gesellschaft vermisst, kann sich trösten: Es folgen noch 3 weitere Rouletterunden - faites votre jeu, jeder wird daran teilnehmen, es stehen noch fette 69 Mrd. aus! Im übrigen ist das Spiel auch dann noch lange nicht vorbei. Werden ab 2014 z.B. weitere 10 Mrd. Euro jährlich zur Schuldentilgung aufgebracht, so währt es grob gerechnet noch 170 Jahre lang. Von wegen unsere Kinder und Kindeskinder ... Es sei denn Betriebsunfälle, wie Banken-, Euro- und Staatenrettung oder ein verpuffender Dollar verderben uns den Spaß - dann nämlich heißt es: Rien ne va plus.
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