Das überraschend starke Job-Wachstum in den USA bringt die Wahlkampfstrategie Mitt Romneys in echte Schwierigkeiten. Preist sich der Kandidat doch als als jemand an, der die USA wie der Geschäftsführer eines großen Unternehmens wieder auf Kurs bringen kann. Stichwort “CEO in Chief”.
Die heutigen guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt - 243.000 neue Arbeitsplätze und die niedrigste Arbeitslosenquote seit drei Jahren – sind so gesehen schlechte Nachrichten für den republikanischen Spitzenreiter um die Präsidentschafts-Nominierung. Denn sein ganzes Narrativ ist nicht mehr schlüssig.
Wie kann es sein, dass nach 23 Monaten kontinuierlichem Jobwachstum Präsident Barack Obama die Wirtschaft “schlechter” gemacht hat, wie Romney immer noch behauptet?
Das wollte kürzlich auch die konservative Radio-Talkerin Laura Ingraham wissen. “Der Wirtschaft geht es immer besser nach einem Rezession. Es gibt immer eine Erholung,” versucht Romney die Gastgeberin zu schulmeistern.
Wie er dann argumentieren könne, dass es schlechter geworden sei, hakt Ingraham nach. “Haben Sie ein besseres?” kontert Mitt und fügt hinzu: “Das ist nun einmal die Wahrheit”.
Welcher Mitt hat nun recht. Der Schwarzmaler im Wahlkampf oder der Realist im Interview?
Für Obama ist es zu früh die Sektkorken knallen zu lassen. Zuviel kann in der Wirtschaft zwischen heute und dem Wahltag noch schieflaufen. Vor allem die Unsicherheit, die aus Europa über den großen Teich schwappt.
Ein echtes Problem aber hat Romney, falls er der Herausforderer wird.
Wenn es wahr ist, dass es besser wird, wie kann er glaubwürdig weiter das Gegenteil behaupten?
Das Problem ist, das Romney, das ist, was Amerikaner ein ”One-Trick-Pony” nennen. Ein Zirkuspferd, das nur ein Kunststück beherrscht. In diesem Fall, sich als Retter einer Wirtschaft anzubieten, die wegen Obama angeblich schlechter geworden ist.
Mit dem Aufhellen des Konjunkturhimmels zerbröselt diese Strategie. Es wird höchste Zeit, dass sich Mitt einen neuen Trick einfallen lässt – falls er Kandidat wird.