Ein Projekt, das zunächst auf zwei Jahre befristet war, und von dem nun der dritte Jahresbericht vorgestellt worden ist, kann wahrlich als erfolgreich bezeichnet werden. Drei Jahre sind inzwischen vergangen, seit das Projekt "Soziale Stadt" in Giebel Einzug gehalten hat. Die beiden Stadtteilmanager Carolin Schork und Philip Klein haben dem Bezirksbeirat in seiner jüngsten Sitzung einen Rückblick auf die Aktionen und Schwerpunkte des vergangenen Jahres gegeben. "Es hat sich wieder vieles getan in Giebel", sagte Schork. "Wir konnten einige Projekte fortentwickeln, und auch neue sind hinzugekommen." Die Liste an Aktionen und Veranstaltungen, die innerhalb der vier verschiedenen Handlungsfelder organisiert wurden, ist beachtlich. Insgesamt wurden im dritten Beauftragungsjahr 27 Projekte fortgeführt oder neu begonnen. Eine wichtige Rolle hat dabei wieder die Arbeit in den vier Themengruppen gespielt. Diese haben sich insgesamt 24-mal getroffen, durchschnittlich 12 Teilnehmer waren jeweils anwesend. "Die Themengruppen haben sich gut etabliert. Und es kommen auch immer wieder neue Bürger hinzu", sagte die Stadtteilmanagerin erfreut. Positiv äußerte sie sich zudem über die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, die "sehr intensiv" gewesen sei.
Innerhalb des Handlungsfeldes "Wohnen und öffentlicher Raum" haben sich die Aktiven erneut dem Thema "sauberer Giebel" angenommen, unter anderem mit einer erneuten Let"s-Putz-Aktion. Bei einem studentischen Ideenwettbewerb wurden Vorschläge gesammelt, wie das Wohnumfeld aufgewertet werden könnte. "Die Ideen werden weiter in der Umsetzung vorangetrieben", sagte Schork.
Die Gruppe "Soziales und kulturelles Miteinander" hat im Dezember wieder einen vorweihnachtlichen Markt organisiert. Zudem fand im März eine gut besuchte Kulturnacht unter dem Motto "Der Giebel leuchtet" statt. "Das Besondere ist, dass viele Ehrenamtliche in die Organisation der Projekte einbezogen werden konnten", lobte Stadtteilmanager Philip Klein, der seit April 2009 die Aufgaben seiner Vorgängerin Antje Fritz übernommen hat. Klein lobte ebenso die Aktionen im Haus der Begegnung: "Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass verschiedene Generationen und Kulturen zusammengebracht werden." Innerhalb des Handlungsfeldes "Kinder und Jugendliche" hoben die Verantwortlichen insbesondere die Naturbeobachtungsstelle an der Rappachschule hervor sowie die Geschichtswerkstatt. In den Bereich "Lokale Ökonomie" fiel die Eröffnung des Selbstlernzentrums durch das Sozialunternehmen Neue Arbeit. "Wir freuen uns, dass die Neue Arbeit sehr engagiert ist", sagte Klein. Als neues, fünftes Handlungsfeld wurde das Thema "Gesundheit" aufgenommen. Das Projekt "Faustlos", das der Gewaltprävention dient, fällt ebenso in diesen Aufgabenbereich wie die Aktion "Ich geh zur U, und Du?", die die Teilnahme von Kindern an der Früherkennungsuntersuchung erhöhen soll.
Für die kommende Arbeit kündigte Klein an, dass die Organisation von Projekten künftig noch mehr in die Verantwortung von Menschen vor Ort übergeben werden soll. "Wir stoßen die Projekte an und wollen sie dann in die Hände der Bürger übergeben", beschrieb er das geplante Vorgehen. Themen, die auch im kommenden Jahr vorangetrieben werden sollen, sind zum einen die Umgestaltung des Stadtteilzentrums mit dem Ernst-Reuter-Platz, eine bessere Beleuchtung von Mittenfeldstraße und Lurchweg, die Gründung eines Bürgervereins sowie die Umgestaltung des Kinder- und Jugendhauses. Martina de la Rosa, die das Projekt Soziale Stadt von städtischer Seite aus betreut, berichtete, dass derzeit über weitere Zuschüsse verhandelt werde: "Wahrscheinlich gibt es für Giebel mehr Geld. Vorab muss das Referat für Finanzen zustimmen", sagte sie. "Dann würde Giebel eine weitere Million Euro zur Verfügung stehen."