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Sozialdaten für Stuttgart Arme Kinder bleiben arm

Von Barbara Czimmer-Gauss 

Ein Datenatlas zeigt auf, wo viele Familien auf Hilfe angewiesen sind. Foto: dpa
Ein Datenatlas zeigt auf, wo viele Familien auf Hilfe angewiesen sind.Foto: dpa

Diskutieren Sie mit - Ein Atlas zeigt auf, wo überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche von Sozialgeld leben oder Alleinerziehende auf Hartz IV angewiesen sind. Die Daten sollen künftig Grundlage für soziale Entwicklungen in den Stadtteilen sein.

Stuttgart - Die finanzielle Situation von Familien mit kleinen Kindern ist in 13 Stadtteilen so angespannt, dass die Kommune mit Sozialgeld für die Jüngsten einspringen muss. Insbesondere in den Bezirken Mitte, Nord, Ost, Bad Cannstatt und Mühlhausen leben deutlich überdurchschnittlich viele Kinder unter sechs Jahren in Abhängigkeit von Transferleistungen. Dies zeigt der jüngste Sozialdatenatlas für Kinder und Jugendliche, den die Stadt herausgegeben hat und der am Montag im Jugendhilfeausschuss vorgelegt worden ist.

Der Bericht zeigt auch, dass sich die finanzielle Situation von Kindern zwischen sechs und 18 Jahren in denselben Gebieten ähnlich darstellt und die Zahl der alleinerziehenden Arbeitslosengeld-Empfänger dort ebenfalls hoch ist. Auch da gilt: Die soziale Lage ­verändert sich in diesen Gebieten nicht sichtbar. „Wir schaffen es nicht, die Wirkung sozialer Maßnahmen nachzuweisen“, gab Oliver Herweg von der Jugendhilfeplanung der Stadt zu bedenken, dazu seien die Einflussfaktoren verschiedener Aktionen „viel zu komplex“.

Mehr Details für Pilotbezirke

Allerdings verschärft der bloße Blick auf Stadtbezirke das Ergebnis für alle Stadt­teile. Deshalb wird das Werk mit den statistischen Daten in Zukunft verfeinert, die Daten sollen dann für jeden einzelnen Stadtteil zur Verfügung stehen und Veränderungen, positive wie negative, abgebildet werden. Erste Pilotbezirke werden der Hallschlag in Bad Cannstatt, der Fasanenhof im Stadtbezirk Möhringen und der Stadtteil Giebel in Weilimdorf sein.

Der Sozialdatenatlas ist inzwischen um zusätzliche Indikatoren erweitert worden. So ist die Siedlungsdichte, die Wohneigentümerquote, die Zahl der Sozialmietwohnungen und die Betroffenheit der Bevölkerung durch Lärm bei Nacht dargestellt. Die Stadträte fordern für künftige Planungen die Berücksichtigung der Daten.

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