Skifahren auf der Schwäbischen Alb Für die Liftbetreiber ist die Saison gelaufen

Von Thomas Schorradt 

Grüne Wiese, soweit das Auge reicht. Ski und Rodel schlecht, heißt es auf der Alb. Foto: Rudel
Grüne Wiese, soweit das Auge reicht. Ski und Rodel schlecht, heißt es auf der Alb.Foto: Rudel

Den Skiliftbetreibern auf der Schwäbischen Alb hat der milde Winter das Weihnachtsgeschäft verdorben. Der Rückstand lässt sich selbst bei einem schnellen Wintereinbruch nicht mehr aufholen.

Lenningen - Die Info-, Pisten-, und Flutlichthotline des Skizentrums Pfulb auf der Schwäbischen Alb ist nicht sonderlich gesprächig. „Zur Zeit ist keiner erreichbar“, spricht die Stimme vom Band. Die Sprachlosigkeit der Hotline ist Botschaft genug für die Wintersportler, die mit den Skistiefeln ungeduldig auf der grünen Wiese scharren. Keine Info, keine Pisten, kein Flutlicht und nicht einmal eine kleine Schneeflocke am Wetterhorizont.

Auf der Schwäbischen Alb herrscht seit Tagen eine Inversionswetterlage. Warme Luft hat sich wie ein Deckel über die Kaltluft gelegt. Während es die Menschen in den Flusstälern von Neckar, Fils und Lauter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wenigstens fröstelt, weht um die einsamen baumelnden Liftbügel auf 800 Metern Höhe ein laues Lüftchen. Pollenflugvorhersage statt Schneehöhen-Angaben – Marianne Allgaier, die gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Brüdern das Skizentrum Pfulb bei Lenningen-Schopfloch betreibt, hat den Glauben an eine erfolgreiche Skisaison verloren.

Skivereine sitzen auf dem Trockenen

„Das können wir knicken“, sagt sie mit Blick auf das Thermometer und auf die grünen Wiesen ringsum. Knicken schon allein deshalb, weil die Skiliftbetreiber auf der Schwäbischen Alb ihr Geschäft hauptsächlich in den Weihnachtsferien machen. „Da probieren die Leute Form und Ausrüstung aus, bevor es in die Alpen geht“, so die Erfahrung von Marianne Allgaier. Im vergangenen Jahr hat es pünktlich zum zweiten Weihnachtsfeiertag begonnen zu schneien. Daran angeschlossen haben sich 40 Tage Skibetrieb. „Wenn unsere Lifte in einer Saison mehr als 30 Tage laufen, sind unsere Kosten gedeckt und es bleibt etwas hängen“, sagt Marianne Allgaier. Bisher hängt die Branche, nicht nur auf der Alb, sondern auch im Schwarzwald, eher durch.

Das stößt den Betreibern umso bitterer auf, als dass rund um Weihnachten und vor allem im jungen Jahr Skivereine der Umgebung ihre Skikurse für Kinder und Anfänger auf der Schwäbischen Alb anbieten. „Ich weiß, dass viele Kinderskikurse unserer langjährigen Partnervereine jetzt schon ausgebucht sind. Denen bleibt nur die Hoffnung auf die Ausweichtermine“, sagt Marianne Allgaier. Allein, kaufen kann sie sich dafür nichts mehr. Auch nicht, wenn der Schnee noch kommt. Selbst wenn gegen Ende Februar die besten Schneeverhältnisse auf der Alb herrschten, machen sich die Skifahrer in der Regel rar. „Hintenraus bringt’s nix mehr“, beschreibt die Liftchefin das Dilemma der Saison 2015/2016.

Skihütte öffnet am Sonntag

Beinahe trotzig hat Marianne Allgaier jetzt beschlossen, die Skihütte auf der Pfulb am Sonntag zu öffnen. „Da gibt es eine große Nachfrage. Wir machen um 13 Uhr auf, ob mit oder ohne Schnee. Gemütlich ist es auch so“, sagt sie. Immerhin soll es dem Wochenende zu kälter werden, und Zusammenrücken hat noch nie geschadet.

Möglicherweise hat Frau Holle ja doch noch ein Einsehen. Ergiebige Niederschläge, die dann die für den Skibetrieb notwendigen 15 Zentimeter Schnee bringen würden, sind allerdings nicht in Sicht. Auf der gar nicht mehr so rauen Alb werden inzwischen kleine Brötchen gebacken. „Wenn nur der Frühlingsduft nicht mehr in der Luft läge, das wäre wenigstens mal ein Anfang“, sagt Marianne Allgaier.

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