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Silvester-Übergriffe in Stuttgart Das verbirgt sich hinter dem Antanz-Trick

Von Andrea Beckmann 

Ein idealer Tatort für den Antanz-Trick - die gut besuchte Stuttgarter Königstraße. (Symbolbild) Foto: dpa
Ein idealer Tatort für den Antanz-Trick - die gut besuchte Stuttgarter Königstraße. (Symbolbild)Foto: dpa

Der Antanz-Trick - dieser Begriff wird immer wieder bei der Aufarbeitung der Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht genannt. Auch die Stuttgarter Polizei ist mit dem Phämomen vertraut.

Stuttgart - Ein Fremder nähert sich, täuscht Partylaune vor, tanzt sein Opfer an. Seine Hände streifen am Körper entlang und plötzlich fehlen Smartphone oder Geldbeutel. Diese Masche von Betrügern kennt auch die Polizei in Stuttgart allzu gut. Das Phänomen wird als Antanz-Trick bezeichnet. Ein Begriff, der in der Berichterstattung über die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht immer wieder fällt.

Wie funktioniert der Antanz-Trick?

"Wir kennen das Phänomen schon länger", erklärt ein Sprecher der Stuttgarter Polizei und schildert die Vorgehensweise der Täter: In der Regel seien die Kriminellen allein oder zu zweit unterwegs. Einer der Täter täusche eine spaßige Annäherung vor und lenke das Opfer ab, um es entweder selbst zu beklauen oder durch einen Komplizen ausplündern zu lassen.

Was ist das Ziel der Masche?

Der Antanz-Trick ist eine Methode von Trick- und Taschendieben - mit dem Ziel, Geld und Mobiltelefone zu erbeuten. "Da Handys immer teurer werden und rasch zu Geld gemacht werden können, ist das für die Täter äußerst lukrativ", so der Polizeisprecher. Ein sexueller Hintergrund bestehe in der Regel nicht. Das Antanzen und die Berührung des Opfers sei "Mittel zum Zweck, um zu stehlen".

Wer sind die Opfer?

Opfer des Antanz-Tricks kann grundsätzlich jeder werden, egal ob Mann oder Frau. Es kann Passanten in der Innenstadt treffen oder die Besucher einer Diskothek. Besonders gefährdet sind laut Polizei jedoch angetrunkene Menschen, die allein oder zu zweit unterwegs sind. "Je betrunkener, desto einfacher ist es für die Trickdiebe", so der Polizeisprecher.

Wo schlagen die Täter bevorzugt zu?

In Stuttgart auf öffentlichen Plätzen wie dem Schlossplatz und der Königstraße, aber auch in Diskotheken, Clubs und Gaststätten. Die Täter schlagen häufig in der Dunkelheit zu - überall dort, wo sich Menschen tummeln und die Kriminellen blitzschnell nach der Tat in der Menge untertauchen können.

Die Täter sind laut Polizei "überwiegend junge Männer aus dem nordafrikanischen Raum".

Wie kann man sich schützen?

"Handy und Bargeld sollte nicht in Taschen aufbewahrt werden, die einen leichten Zugriff ermöglichen", erklärt der Sprecher. Besser: Geldbeutel und Smartphone in die Innentasche der Jacke stecken. "Seien Sie aufmerksam und fordern Sie Fremde dazu auf, Abstand zu halten."

Was hat der Antanz-Trick mit den Vorfällen in der Silvesternacht in Stuttgart zu tun?

Das ist noch weitgehend unklar. Zwar sei der "Trick und die Vorgehensweise ähnlich", aber ob den Vorfällen in der Silvesternacht in Stuttgart - zumindest in Teilen - ein Antanz-Trick zugrunde liege, dazu kann die Polizei zum derzeiten Stand der Ermittlungen nichts sagen. Die Anzeigen, die der Stuttgarter Polizei aus der Silvesternacht vorliegen, reichen von "Taschendiebstahl und Raub bis hin zu Sexualdelikten". Frauen seien begrabscht worden, um sie zu bestehlen - andere seien einfach nur von Fremden bedrängt und betatscht worden. "Da war alles dabei", so der Sprecher über die Vorfälle in der Silvesternacht in der Stuttgarter Innenstadt.

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