Sillenbuch - Am Ende haben sich die Ereignisse zeitlich überschnitten. Das Nein des Bürgermeisters war bereits verschickt, als der Sillenbucher Bezirksvorsteher seinem Kollegen aus dem Stuttgarter Rathaus doch noch ein Ja abringen konnte. Nun steht fest: die Bürger werden demnächst zu einer Veranstaltung geladen, bei der die städtischen Bäderbetriebe darüber informieren wollen, wie das Sillenbucher Bädle nach der Sanierung aussehen wird. Der Umbau soll im Herbst beginnen und wird geschätzte 1,8 Millionen Euro kosten.
Wie berichtet, setzt sich seit geraumer Zeit eine Gruppe von Schwimmern dafür ein, bei den Umbauarbeiten ein Wort mitreden zu dürfen. Insgesamt haben 129 Leute für dieses Ansinnen unterschrieben, die Liste liegt mittlerweile beim zuständigen Bürgermeister Michael Föll. Die Leute verweisen auf die Tatsache, dass die Stuttgarter die Bädle-Sanierung beim Bürgerhaushalt Mitte vergangenen Jahres auf Platz eins gewählt hatten. Für die Sillenbucher Badegäste ist dies ein gutes Argument dafür, die Bürger an den Plänen zu beteiligen.
Für Bürgerwünsche sei es zu spät
Der Bürgermeister Michael Föll hat dies allerdings abgelehnt, vergangene Woche sogar bereits zum zweiten Mal. „Vielleicht hätte man aus heutiger Sicht die Badbesucher früher über die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten einer Sanierung informieren sollen“, gibt der Bürgermeister zu, „um über die Beteiligung eine bessere Akzeptanz für das Projekt zu erreichen“. Doch inzwischen seien die Planungen zu weit fortgeschritten, um die Wünsche der Bürger noch zu berücksichtigen.
Daran ändert auch die neueste Entwicklung nichts: Der Sillenbucher Bezirksvorsteher Peter-Alexander Schreck konnte – auf Initiative der lokalpolitischen Fraktionen – doch noch einen Informationstermin mit dem Bäderamt vermitteln. Dieser soll aber genau das und nicht mehr sein: ein Informationstermin. Für persönliche Wünsche sei es zu spät, sagt Axel Wolf, ein Mitarbeiter von Bürgermeister Föll. „Wir sind in einem engen Kosten- und Zeitplan“, sagt er. Einen genauen Termin gibt es nach Auskunft des Bezirksrathauses noch nicht.
Die Sillenbucher Badegäste wird diese Neuigkeit daher vermutlich nur teilweise zufriedenstellen. „Wir fragen uns: Für wen wird denn das Bädle saniert wenn nicht für die Bürger?“, schrieb Reinhard Bouché, der Wortführer, jüngst an Föll. Er wird nicht locker lassen, so oder so.