Berlin - Bei der Berlinale wird auch geküsst. Im indonesischen Kurzfilm „7 DEADLY KISSES“ sogar die ganze Zeit.
Interessant ist, dass in Indonesien das Küssen in der Öffentlichkeit gesetzlich verboten ist, der Aufenthalt der Regisseurin Sammaria Simanjuntak bei der Berlinale jedoch trotzdem mit öffentlichen Geldern der Regierung finanziert wird. Die beiden männlichen Darsteller Sunny Soon und Daud Sumolang zeigen, innerhalb von vier Minuten, die „ersten sieben Todesküsse für jede Beziehung“.
Zu sehen gibt es, unter anderem, den Fischkuss, den Drachenkuss, den Schlangenkuss und – besonders sehenswert – den Hasenkuss. Der erste eigene Kuss nach diesem Film wird unweigerlich kritisch überprüft. Ebenso wie der wohl berühmteste Filmkuss aller Zeiten, zwischen Clark Gable und Vivian Leigh. Clark Gable ein Fisch oder doch eher ein Drache? „7 DEADLY KISSES“ war das Vorspiel. Der Hauptakt an diesem Abend ist „MOMMY IS COMING“ der amerikanischen Undergroundregisseurin Cheryl Dunye. Zu sehen gibt es alles, was über das Küssen weit hinaus geht. In Erinnerung bleibt einer der Drehorte, das „heterofreundliche“ Berliner AXEL HOTEL, in dem die Kontaktaufnahme zwischen den Gästen innovativ durch ein Zimmerschild mit der Aufschrift: „Please disturb“ vereinfacht wird.
Übrigens: In Dubai und Japan ist das Küssen in der Öffentlichkeit ebenso verboten. In Frankreich sieht man die Sache erwartungsgemäß viel liberaler. Öffentliches Küssen ist überall erlaubt. Nur nicht auf Bahnübergängen.