Sigmar Gabriel Bei der Energiewende passt fast nichts zusammen

Von Rainer Wehaus 

Mit Video-Umfrage - Die Energiewende in Deutschland ist nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bislang nicht gelungen. Ganz viele Fragen seien nicht beantwortet , sagte er auf dem Podium der Stuttgarter Nachrichten.

Stuttgart - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel geht mit der Energiewende hart ins Gericht. „Da passt fast nichts zusammen“, sagte der SPD-Vorsitzende am Mittwochabend beim Treffpunkt Foyer unserer Zeitung vor rund 750 Zuhörern in der Stuttgarter Liederhalle. Im Norden Deutschlands habe man ein Überangebot an Strom, das man dann den Polen aufdränge, so Gabriel. Im Süden hingegen brauche man Strom von alten und sehr umweltschädlichen Ölkraftwerken aus Österreich.

„Die Dinge müssen mal ineinandergreifen“, sagte Gabriel. Andernfalls könne den Strom am Ende keiner mehr bezahlen.

Der schnelle Ausstieg aus der Atomkraft, den im Jahr 2011 die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung beschlossen hatte, war laut Gabriel eine Panikreaktion. Er sei zwar Atomkraftgegner, aber ihm habe sich nie erschlossen, warum nach einem Erdbeben samt Atomunfall in Japan Deutschland möglichst rasch aus der Atomkraft aussteigen müsse. Den Plan der rot-grünen Vorgängerregierung, der ein langsameres Abschalten der Atommeiler vorsah, habe er für vernünftiger gehalten. Gabriel nannte den schnellen Atomausstieg eine „Operation am offenen Herzen“. Seiner Ansicht nach könne man nun nicht auch noch zeitgleich die Kohlekraftwerke abschalten. Sie seien für die Grundversorgung mit Strom noch unerlässlich. Gaskraftwerke seien in großem Maßstab keine wirkliche Alternative, denn diese Art der Stromherstellung sei mit Abstand die teuerste.

Gabriel wird von Umweltschützern und Grünen dafür kritisiert, dass er am Kohle-Strom festhält. Er verwies in der Liederhalle darauf, dass energieintensive Unternehmen bereits seit Jahren abwandern. Diese Industrien seien aber ein Juwel, um das Deutschland beneidet werde.

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