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Sicherheit Der Polizei gehen die Polizisten aus

Frank Krause, vom 27.09.2010 17:25 Uhr
 Foto: Kraufmann
Foto: Kraufmann

Stuttgart - "Wir gehen personell am Krückstock. Es geht nicht mehr." Mit einem Hilferuf hat sich Rüdiger Seidenspinner, Landeschef der Polizeigewerkschaft, am Montag an die Landesregierung gewandt. In einem Schreiben an Innenminister Heribert Rech (CDU), das unserer Zeitung vorliegt, verweist der Gewerkschafts-Chef auf die zunehmende Arbeitsbelastung der Polizei in den vergangenen Monaten.

Vor allem der Dauereinsatz beim Milliardenprojekt Stuttgart 21, aber auch die Rund-um-die-Uhr-Bewachung von entlassenen Strafgefangenen aus der Sicherungsverwahrung, die Dienste bei Fußballspielen und der bevorstehende Castor-Transport hätten zu einer nie dagewesenen Lage geführt. "Wenn unsere Leute acht Stunden am Bauzaun in Stuttgart im Einsatz sind, fehlen die auf ihren Dienststellen. Es gibt überall Engpässe", so Seidenspinner.

Erschwerend komme hinzu, dass immer dieselben Beamten aus dem ganzen Land bei Stuttgart 21 im Dienst seien, weil nur jeder dritte Polizeibeamte über einen Einsatzanzug und Einsatzhelm verfügt. "Die Leute können also nicht ausgewechselt werden. Jetzt rächt sich die semiprofessionelle Ausstattung, weil das Land gespart hat."

Andere Länder sollen helfen

Aus Sicht der Polizeigewerkschaft muss die Landesregierung schnellstens Abhilfe leisten. "Es ist höchste Zeit, Unterstützung aus anderen Bundesländern anzufordern", fordert Seidenspinner in dem Brief. In der Annahme, dass die Proteste gegen Stuttgart 21 noch Wochen andauern könnten, sei die Belastung nicht mehr zu verkraften.

Als Beleg für die angespannte Situation bestätigte Seidenspinner am Montag, dass es sich bei den beiden Beamten, die beim Amoklauf von Lörrach zuerst am Tatort waren und die Amokläuferin töteten, um einen Innendienstmitarbeiter und ein Mitglied des Freiwilligen Polizeidienstes gehandelt habe. Beide hatten keine Amokschulung, mussten aber an den Tatort, weil die Polizeidirektion Lörach zum gleichen Zeitpunkt 30 Beamte nach Stuttgart abstellen musste.

Eine Sprecherin des Innenministers sagte den Stuttgarter Nachrichten: „Uns ist klar, dass durch den Einsatz in Stuttgart die Polizei im ganzen Land sehr belastet ist.“ Bei Stuttgart 21 handele es sich mittlerweile „um einen Dauereinsatz“. Eine mögliche Anforderung von Verstärkungen aus anderen Bundesländern sei nicht ausgeschlossen. „Diese Überlegung haben wir durchaus. Es könnte der Punkt kommen, an dem wir sagen: Bitte helft uns.“ Aber noch sei darüber nicht entschieden, so Rechs Sprecherin.

 

Kommentare (38)
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JAN
31
16:45 Uhr, geschrieben von Helmut Schalk
Belastung der Polizei.
Zwischen Stuttgart 21 und einem Fußballspiel in einem Stadion, ist kein Unterschied mehr, denn es sind alles schreiende Gegner, bei denen ein Zusammenfinden unmöglich ist. Die einen wollen die demokratischen und rechtlichen Spielregeln nach ihrem Willen ändern, die anderen Fanatiker sind nicht mehr fähig, Sport und Spiel als dieses, wofür sie auch noch bezahlen, zu sehen. Die armen Polizisten die zu diesen Schlachten, denn anders kann man es nicht mehr nennen, herangezogen werden, und keine extra Vergütung bekommen, sind die Deppen der Nation. An den Stadien waren an den Ein und Ausgängen noch vor 40gig 50zig Jahren 2 berittene Polizisten auf Streife und das hatte genügt, denn die Besucher sind geordnet und nicht randalierend nach Hause gegangen.
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SEP
30
08:57 Uhr, geschrieben von Andreas Reiser
Probleme sind hausgemacht
Wer ein Bürgerbegehren mit über 67.000 Unterschriften ignoriert und die Bürger im Entscheidungsprozess beim Projekt Stuttgart 21 nicht mitnimmt, darf sich über den wachsenden Protest nicht wundern. Sorge dürfte auch die spürbar zunehmende Schärfe und Aggressivität zwischen Befürwortern und Gegnern von Stuttgart 21 bereiten. Die Problematik um Stuttgart 21 ist in politischer Hinsicht aber ebenso hausgemacht, wie die Personalnot der Landespolizei – durch den Dauereinsatz um Stuttgart 21 wurde sie nur in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Nach jahrelangem Personalabbau und Zurückfahren der Einstellungszahlen haben wir einen völlig überalterten Personalkörper, der in Einsatzspitzenzeiten mehr und mehr an seine Grenzen stößt. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Plenum des Bundestags unlängst verlauten lassen, dass die kommende Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2011 die Volksabstimmung über Stuttgart 21 sei. Wo sie recht hat, hat sie recht: Wahltag ist Zahltag!
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SEP
29
16:42 Uhr, geschrieben von admin
Der Polizei gehen die Polizisten aus.
Ein Polizist in meinem Freundeskreis klagt schon lange über die starke Belastung auch vor Stgt 21. Jetzt ist es noch schlimmer gekommen. Um das abzustellen hätte ich einen Vorschlag. Vor dem Bahnhof, wo die Demonstrationen stattfinden die Bannmeile zu vergrößern und einzuzäunen. An max. 2 Eingängen Kartenhäuschen aufstellen und von den Demonstanten kassieren. Mit dem Geld könnten Private Wachdienst bezahlt werden. Ich denke auch schon lagne, dass die Bundesligavereine die Überwacghung von privaten Wachdienst machen lassen müßte, damit die Polizei, die erheblich Pberstunden hat, davon befreit wäre. Diese Vereine haben genügend Geld um Spieler zu kaufen, also könnten diese auch das bezahlen.
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