Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Bilder

Sensation im Keltengrab Die Keltenfürstin hütet ihr Geheimnis

Arnold Rieger, vom 15.01.2012 09:31 Uhr
vorherige Bild 1 von 8 nächste
Bernstein- und Gold in torfiger Erde: Restauratorin Nicole Ebinger-Rist und Grabungsleiter Dirk Krausse. Vor gut einem Jahr haben Archäologen die komplette Grabkammer einer keltischen Fürstin vom Donauufer in eine Ludwigsburger Lagerhalle transportiert. Seither zerlegen sie den Block Körnchenfür Körnchen – und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Sehen Sie sich in unserer Bildergalerie weitere Fotos an. Foto: Kovalenko
Bernstein- und Gold in torfiger Erde: Restauratorin Nicole Ebinger-Rist und Grabungsleiter Dirk Krausse. Vor gut einem Jahr haben Archäologen die komplette Grabkammer einer keltischen Fürstin vom Donauufer in eine Ludwigsburger Lagerhalle transportiert. Seither zerlegen sie den Block Körnchenfür Körnchen – und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Sehen Sie sich in unserer Bildergalerie weitere Fotos an. Foto: Kovalenko
Siehe auch

Ludwigsburg - Erde zu Erde, Staub zu Staub: Viel bleibt nicht übrig vom Menschen, wenn er 2500 Jahre im Boden liegt. Höchstens ein paar Knochenreste. Das ist auch bei der keltischen Fürstin nicht anders, die derzeit die Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege in ihren Bann schlägt. Eigentlich gibt es sie materiell gar nicht mehr, sieht man von ein paar Skelettresten einmal ab. Das reicht kaum für genetische Analysen.

Trotzdem ist die Frau, die um das Jahr 580 vor Christus unweit vom heutigen Herbertingen an der Donau in eine hölzerne Grabkammer gelegt wurde, eigenartig präsent. Denn um ihren Hals und um ihre Hüfte, um ihre Hand- und Fußgelenke sowie an ihrer Kleidung trug sie edelsten Schmuck. Und der ­befindet sich auch nach Jahrtausenden noch dort, wo er ursprünglich lag. Die Perlen, Ringe und Spangen markieren quasi ihren Körper – ein Schemen, eingefasst in Bernstein und Gold.

Keltische Fürstin schlummert in Lagerhalle

Normalerweise müssen sich die Wissenschaftler ins freie Gelände begeben, um solche Dinge „in situ“, das heißt in Originallage, zu finden. Doch die keltische Fürstin – am Adelsrang gibt es angesichts der wertvollen Beigaben keinen Zweifel – schlummert derzeit in einer Lagerhalle bei Ludwigsburg.

Dorthin hat man sie vor gut einem Jahr samt Grabkammer auf einem Tieflader verfrachtet – ein 80 Tonnen schwerer Erdblock, der in einer spektakulären und nicht eben billigen Aktion aus dem rechten Donauufer etwa 20 Kilometer westlich von Sigmaringen herausgelöst worden war.

Mit Mikroskop und Arbeitsbühne

Seither arbeitet sich ein sechsköpfiges Team unter Leitung von Dirk Krausse vom Landesamt für Denkmalpflege Schicht für Schicht in die Tiefe. Und zwar unter Bedingungen, wie sie unter freiem Himmel niemals möglich wären. „Schauen Sie, zwischen diesen goldenen Röhrenperlen müssen Sie sich Lederbänder vorstellen“, sagt Nicole Ebinger-Rist und deutet auf den Halsbereich.

Die Chef-Restauratorin liegt auf einer beweglichen Arbeitsbühne etwa 30 Zentimeter über den Schmuckstücken und betrachtet den Schmuck unter einem Mikroskop. Das Gold glänzt auch nach Jahrtausenden, als ­habe man es eben erst poliert.

Bis Mitte der Woche war der untere Skelettteil noch unter einem armdicken Brett verborgen: eine massive Eichendiele der 4,5 mal 3,6 Meter großen Kammer. Da die letzte Ruhestätte der Keltin in nasser, fast torfiger Umgebung angelegt wurde, ist das Holz außergewöhnlich gut erhalten.

Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
Bildungsgutscheinen droht das Aus
Wegen der Sparzwänge will Sozialministerin ab 2014 die Erziehungshilfen auf Problemfamilien fokussieren
Mappus sieht sich entlastet und attackiert Kanzlei
Stefan Mappus sieht Schuld bei damaligem Rechtsberater. Kanzlei Gleiss Lutz in Bedrängnis.

 

Anzeigen

 

Anzeige
Nachrichtenticker
19:52   Ägypter im Wahlfieber bei erster freien Präsidentenwahl
19:50   EU-Gipfel setzt Griechen unter Druck
19:45   Haushaltsausschuss billigt deutsche Gelder für Nato-Drohnenprogramm
18:57   Gold für Biedermann, Silber für Steffen
18:36   EU-Gipfel: Staatenlenker diskutieren über Wachstum in Europa
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Interaktiv
  • Umfrage
Facebook IPO

Das Soziale Netzwerk Facebook startete mit 38 Dollar pro Aktie - und legte einen der schlechtesten Börsengänge der vergangenen Jahre hin.  Wie reagieren Sie darauf?

 
Mit Schadenfreude! Ist doch gut, wenn der Facebook-Hype abschwächt
Mit Verwunderung. Ich hätte nicht gedacht, dass die Aktie so abstürzt
Mit Verärgerung! Wie kann das sein? Facebook ist doch ein tolles Unternehmen
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise