Schwörstadt - Tödliche Schüsse im Maisfeld: Eine Treibjagd hat im südbadischen Schwörstadt zwei Todesopfer gefordert. Ein 71 Jahre alter Jäger schoss bei der Jagd am Mittwochabend von seinem Hochsitz aus versehentlich auf einen 39- Jährigen und tötete ihn, teilte die Polizei mit. Der Getroffene war in einem Maisfeld und sollte als Treiber das Wild aufscheuchen. Er war sofort tot.
Der Schütze war derart geschockt, dass er die Waffe anschließend gegen sich selbst richtete. Er erschoss sich in seinem nahe gelegenen Wohnhaus. Die Polizei nahm am Donnerstag Ermittlungen auf, sagte ein Polizeisprecher in Lörrach. Geprüft wird, ob die für eine Treibjagd geltenden Sicherheitsvorschriften beachtet wurden. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass dies nicht der Fall gewesen sei.
An der abendlichen Treibjagd hatten zwölf Jäger teilgenommen. Drei Helfer waren als sogenannte Treiber eingesetzt. Geschossen werden sollten Wildschweine, nachdem die Tiere große Schäden an den landwirtschaftlich genutzten Flächen angerichtet hatten. Der Mais stand zweieinhalb Meter hoch. Es war demnach schwer zu erkennen, was sich in dem Feld bewegte. Nach dem Tod des 39-Jährigen standen die Beteiligten, alles Freizeitjäger, unter Schock. Im allgemeinen Trubel soll sich der 71 Jahre alte Schütze dann in sein Auto gesetzt haben und nach Hause gefahren sein; dort nahm er sich das Leben.
Tödliche Jagdunfälle sind äußert selten, sagte ein Sprecher des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg am Donnerstag auf Anfrage. 2008 seien deutschlandweit drei Jäger durch Schüsse getötet worden. Sieben weitere kamen durch andere Ursachen ums Leben, beispielsweise durch einen Sturz vom Hochsitz. Zahlen für 2009 liegen noch nicht vor. Eine Treibjagd unterliege strengen Sicherheitsvorkehrungen, betonte der Verbandssprecher. Details seien in einem sechs Seiten umfassenden Vorschriftenkatalog verankert, der seit zehn Jahren gilt.
Darin geregelt wird unter anderem, wer an einer Jagd teilnehmen darf, wie mit den Waffen umzugehen ist oder wie Jäger und Treiber ausgerüstet sein müssen. So müssten Treiber spezielle Warnwesten tragen, damit sie von den Jägern nicht mit Wildtieren verwechselt werden. Dies war bei dem Jagdunfall im Kreis Lörrach offensichtlich auch der Fall.