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Schwarzarbeit IG Bau sieht schwarz für Stuttgart 21

Wolf-Dieter Obst, vom 23.03.2011 10:55 Uhr
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Stuttgart -  Peinlich, peinlich: In der Region Stuttgart macht ein Großbauprojekt nach dem anderen durch Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung von sich reden. Das zuständige Hauptzollamt Stuttgart wurde beim Abriss des Nordflügels von Stuttgart21, beim Bau der neuen Stadtbibliothek und auf der Baustelle für ein neues Geschäfts- und Wohnquartier fündig.

Die Schwarzarbeit-Fahnder vom Zoll schlagen Alarm. Illegale Beschäftigungsverhältnisse mit Arbeitern aus Osteuropa seien auf den Baustellen auf dem Vormarsch, heißt es. Bundesweit ist die Schadenssumme durch Schwarzarbeit von 625 auf 720 Millionen Euro gestiegen.

IG Bau: Bahn kein Interesse an Kooperation

Nur die Projektgesellschaft der Bahn hat für Stuttgart21 die Warnsignale offenbar überhört. In einem offenen Brief hat am Dienstag der Bundesvorstand der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) beklagt, dass man eigentlich gemeinsam mit der Bahn AG schon bei der Ausschreibung und Auftragsvergabe gegen schwarze Schafe habe vorgehen wollen. Schließlich habe die Gewerkschaft einige Erfahrung mit hinlänglich bekannten Subunternehmer-Ketten. "Allerdings ist das aus nicht nachvollziehbaren Gründen versandet", kritisiert der stellvertretende Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers. Nach positiven Gesprächen im Herbst 2010 herrsche nun seit einem halben Jahr Funkstille. Die Bahn habe kein Interesse an Kooperation.

Am Dienstag hat sich die IG Bau an die Fraktionsvorsitzenden im baden-württembergischen Landtag gewandt - mit der Bitte um Unterstützung: Stuttgart21 solle, abseits der politischen Auseinandersetzungen, zur "saubersten Baustelle Deutschlands" werden, bei der gesetzliche und tarifliche Bestimmungen ohne Lohn- und Sozialdumping eingehalten werden. Die IG Bau dürfte unmittelbar vor der Landtagswahl sicherlich auf offene Ohren stoßen.

 

Kommentare (43)
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MRZ
26
23:58 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
SPD gerade als Arbeitnehmerpartei für Stuttgart 21
Es ist zu beachten, dass die IG Bau sich NICHT gegen Stuttgart 21 ausgesprochen hat. Damit würde sie ja auch nicht mehr ihre Mitglieder vertreten. Auch die SPD tritt als Arbeitnehmerpartei nicht ohne Grund für Stuttgart 21 ein. Schwarzarbeit ist überall ein Verbrechen - aber es muss erst einmal Arbeitsplätze geben, damit das Problem überhaupt entsteht. Wer Stuttgart 21 nicht will und seine Chance für den Arbeitsmarkt, der hat natürlich auch kein Problem mit Schwartzarbeit. Aber dann vielleicht mit Arbeitslosigkeit.
MRZ
26
10:09 Uhr, geschrieben von MiMa
Wieder
Wieder mal dummes Geschwätz von der IG Bau.Sorgen sich um Schwarzarbeit auf dem Bau.Die sollen sich lieber mehr dafür Einsetzen das Schwararbeit nicht mehr möglich ist.Wofür kriegen die denn jährlich ihre Mitgliedsbeiträge? Und nicht nur bei S21 sind Schwarzarbeiter zu finden.Auch aktuell war am zukünftigen Quartier S eine Razzia.Und von 60 kontrollierten Arbeitern waren 30 Schwarzarbeiter.Und die Baustelle hat garnichts mit S21 zu tun.Mich wundert es nur das es in der Printausgabe stand und nicht online.
MRZ
25
23:00 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Kurzsichtig und arbeitnehmerfeindlich
@r:steiner. Nun ja, alles was Sie sagen, trifft für alle Bereiche zu. Selbst das Rote Kreuz hatte schon seine Skandale mit Mogeleien im Sozialversicherungsbereich. Das Problem hat nichts mit Stuttgart 21 zu tun. Im Gegenteil: durch das hohe öffentliche Interesse an dieser Baustelle ist Stuttgart 21 viel besser unter Beobachtung als jede Baustelle unmittelbar daneben! Im übrigen ist Ihre Auslassung arbeitnehmerfeindlich, weil für Sie offensichlich zwischen guter Arbeit (Auftraggeber die Grünen usw.) und schlechter Arbeit (Auftraggeber eine CDU-Regierung) unterscheiden. Doch der Facharbeiter und der Bauhelfer, der am Riesenprojekt Stuttgart 21 beteiligt ist und sein Bestes gibt, kann genau so stolz sein auf seine Kompetenz und auf sein Werk wie jeder andere! Und diesen Arbeitsplatz madig zu machen, gar zu sabotieren, hilft dem Arbeiter dort überhaupt nicht. Wenn sein Arbeitgeber sich nicht mehr auf öffentliche Aufträge verlassen kann, weil sie je nach politischer Windrichtung annulliert, gekündigt und bebaustoppt werden, dann leidet zuerst die Belegschaft. Auftrag ist Auftrag, Vertrag ist Vertrag - und ist gefälligst einzuhalten. Gerade um der ehrlichen Arbeitnehmer willen!! Die Haltung, dass es doch vollkommen egal sei, ob die Arbeitsplätze im Bau für Stuttgart 21 erhalten bleiben oder wegfallen, das ist eine Haltung von unkündbaren Beamten, von naiven Schülern und Studenten oder von Rentnern, die sich keine Sorge mehr machen müssen, ob sie morgen noch ihren Arbeitsplatz haben. Sichere Arbeitsplätze beginnen mit verlässlichen Auftraggebern. Und im Bau ist das eben auch die öffentliche Hand. Ein Ende für Stuttgart 21 wäre ein Fanal für das Baugewerbe. Als Arbeitnehmerpartei ist deshalb auch die SPD zurecht und verlässlich FÜR Stuttgart 21 und wird dafür kämpfen - auch bei einem Volksentscheid. Vollkommen unverständlich ist die Haltung der Linken, die hier gegen die Interessen der Arbeiter politisiert - aber vermutlich sind das Klientel der Linken gar nicht mehr die Arbeiter, die eine Beschäftigung haben.
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