Schräge Heimat Wollschweine auf der Weide

Von Hilmar Pfister 

Wollschweine Foto: dpa
Wollschweine Foto: dpa

Die eierlegende Wollmilchsau ist berühmt geworden, weil es sie gar nicht gibt.

Die eierlegende Wollmilchsau ist berühmt geworden, weil es sie gar nicht gibt. Wir Menschen würden sie gerne züchten, weil sie die Tier gewordene Effizienz wäre: Für Eier, Wolle, Milch und Fleisch bräuchten wir nicht vier, nicht drei, nicht zwei Tiere. Eines würde genügen: die eierlegende Wollmilchsau.

Solange diese Fantasie noch im Reich der Träume umherschwebt, müssen wir uns mit einem Besuch in Wolpertshausen begnügen. Dort lebt das Wollschwein, eine ungarische Art, die unseren Fantasien wohl am nächsten kommt. Untergekommen sind einige der Prachtexemplare bei der Familie Schilling. Die hat dort eine Wollschweinzucht aufgebaut, die nicht nach industriellen Standards verfährt. Der Eber und seine Sauen dürfen frei herumlaufen. Er gehört dabei zu den Leichtgewichten unter den Schweinen, wie Ute Friesen und Jan Thiemann in ihrem Buch "Schräge Heimat" (Theiss-Verlag) erwähnen. So kommt ein ausgewachsenes Wollschwein-Männchen auf 170 Kilogramm. Mehr nicht. Wie Wolle darf man sich das Haarkleid der Tiere nicht vorstellen. Die Borsten sind nur länger als sonst geraten und kräuseln sich. Eier legen und Milch geben können aber auch die Wollschweine aus Wolpertshausen nicht.

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