Stuttgart - Die EnBW Gas GmbH lässt die neue Kooperation mit der Schornsteinfeger-Innung Stuttgart ruhen. Das teilte das Unternehmen der Energie Baden-Württemberg (EnBW) am Montag mit.
Mit dem Rückzug reagierte der Konzern auf massive öffentliche Kritik. Bei der zu Jahresbeginn gestarteten Kooperation machen Schornsteinfeger ihre Kundschaft auf Tarife der EnBW Gas GmbH aufmerksam. Für jeden Gas-Vertrag, der darauf zustande kommt, erhält der Schornsteinfeger vom Energieversorger 60 Euro Nettoprovision.
"Solange das Schornsteinfegerwesen nicht privatisiert ist, sind derartige Beratungen nicht tolerierbar", hatte Baden-Württembergs Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) am Freitag gegenüber unserer Zeitung erklärt. Die Verbraucherzentrale kritisierte, dass die Provisionen den Wettbewerb am Gasmarkt beeinflussen könnten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat wegen der hoheitlichen Sonderstellung des Schornsteinfegers bei der amtlichen Kontrolle von Heizungen sogar einen "Anfangsverdacht" auf Korruption nicht ausschließen wollen.
Die EnBW beruft sich am Montag im Wesentlichen auf die Schornsteinfegerinnung. Die Handwerker hätten die Kooperation nämlich "geprüft und für rechtens und für legitim" erachtet. Auch die EnBW stehe zwar "grundsätzlich" zu der Zusammenarbeit mit den Schornsteinfegern, nehme aber "die nun geäußerten Bedenken gegen eine solche Kooperation ernst". Bis diese Zweifel ausgeräumt seien, lasse man die Kooperation ruhen.
Die Innung hatte das EnBW-Provisionsmodell gegenüber unserer Zeitung unter anderem mit dem beschlossenen Wegfall des Schornsteinfeger-Monopols im Jahr 2013 und den damit einhergehenden betriebswirtschaftlichen Zukunftssorgen verteidigt.