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Schornsteinfeger EnBW stoppt Provisions-Modell

Michael Isenberg, vom 15.02.2010 17:15 Uhr
Die EnBW-Firmenzentrale in Karlsruhe Foto: dpa
Die EnBW-Firmenzentrale in Karlsruhe Foto: dpa
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Stuttgart - Die EnBW Gas GmbH lässt die neue Kooperation mit der Schornsteinfeger-Innung Stuttgart ruhen. Das teilte das Unternehmen der Energie Baden-Württemberg (EnBW) am Montag mit.

Mit dem Rückzug reagierte der Konzern auf massive öffentliche Kritik. Bei der zu Jahresbeginn gestarteten Kooperation machen Schornsteinfeger ihre Kundschaft auf Tarife der EnBW Gas GmbH aufmerksam. Für jeden Gas-Vertrag, der darauf zustande kommt, erhält der Schornsteinfeger vom Energieversorger 60 Euro Nettoprovision.

"Solange das Schornsteinfegerwesen nicht privatisiert ist, sind derartige Beratungen nicht tolerierbar", hatte Baden-Württembergs Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) am Freitag gegenüber unserer Zeitung erklärt. Die Verbraucherzentrale kritisierte, dass die Provisionen den Wettbewerb am Gasmarkt beeinflussen könnten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat wegen der hoheitlichen Sonderstellung des Schornsteinfegers bei der amtlichen Kontrolle von Heizungen sogar einen "Anfangsverdacht" auf Korruption nicht ausschließen wollen.

Die EnBW beruft sich am Montag im Wesentlichen auf die Schornsteinfegerinnung. Die Handwerker hätten die Kooperation nämlich "geprüft und für rechtens und für legitim" erachtet. Auch die EnBW stehe zwar "grundsätzlich" zu der Zusammenarbeit mit den Schornsteinfegern, nehme aber "die nun geäußerten Bedenken gegen eine solche Kooperation ernst". Bis diese Zweifel ausgeräumt seien, lasse man die Kooperation ruhen.

Die Innung hatte das EnBW-Provisionsmodell gegenüber unserer Zeitung unter anderem mit dem beschlossenen Wegfall des Schornsteinfeger-Monopols im Jahr 2013 und den damit einhergehenden betriebswirtschaftlichen Zukunftssorgen verteidigt.

Kommentare (1)
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FEB
16
10:31 Uhr, geschrieben von H.B.
Provisionen der EnBW
Das Zurückrudern der EnbW erfolgt sicher nicht, weil die eingesehen haben, dass das nicht richtig war. Sondern Ursache sind massive rechtliche Bedenken und der Unmut der Verbraucher. Diese Provision ist jedoch nur ein Taschengeld gegenüber den Beträgen welche die EnBW an Hausverwaltungen bezahlt, dafür, dass die ihr Gas verkaufen. Diese Beträge übersteigen die o.g. um das zigfache. Der Schaden für die Verbraucher geht in die Millionen. Leider leben wir schon lange in einer Bananenrepublik. Nur lassen sich bei uns solche Dinge leichter vertuschen, als in einem Entwicklungsland. Wer sich aufregt, der sollte sich mal an der eigenen Nase fassen. Erliegen wir nicht alle der Versuchung des Geldes?


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