Schlecker Droege bietet zu wenig für Schlecker

Von Anne Guhlich 

  Foto: dpa-Zentralbild
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Das Düsseldorfer Investmenthaus gehört nicht zu den favorisierten Investoren.

Ehingen - Bei der Investorensuche für Schlecker, die nach einem Papier, das unserer Zeitung vorliegt, unter dem Decknamen „Projekt Sky“ läuft, sind keine deutschen Firmen mehr in der engeren Auswahl. Nach unseren Informationen befinden sich unter den beiden Favoriten des Insolvenzverwalters und der Unternehmerfamilie zwei internationale Finanzinvestoren, die keine ausgeprägte Handelskompetenz aufweisen.

Das Düsseldorfer Beratungs- und Investmenthaus Droege hat mitgeteilt, der Insolvenzverwaltung ein Kaufangebot unterbreitet zu haben. Dieses sei jedoch so gering, dass Droege bei dem Prozess allenfalls unter „ferner liefen“ auftauche, heißt es in Unternehmenskreisen.

Derzeit verhandeln die beiden favorisierten Investoren mit der Insolvenzverwaltung und der Unternehmerfamilie über den Kaufpreis und darüber, welche Rolle die Familie im künftigen Unternehmen spielt. Während Lars und Meike Schlecker den Investor bevorzugen, der ihnen mehr Beteiligungsmöglichkeiten in der neuen Firma verspricht, will der Insolvenzverwalter Arndt Gewitz die Kette an den Höchstbietenden veräußern.

Schlecker soll nach Informationen unserer Zeitung im Rahmen eines sogenannten Asset Deals verkauft werden. Im Gegensatz zu einem Share Deal erwirbt der Käufer vom Verkäufer in diesem Fall nicht die Anteile an der zum Verkauf stehenden Gesellschaft. Stattdessen werden bei dieser Art des Unternehmensverkaufs die physischen Wirtschaftsgüter veräußert.

Wert der Firma soll in Waren und Immobilien bestehen

Das Kaufangebot der beiden Favoriten im unteren dreistelligen Millionenbereich sei durch Immobilien und Warenbestände gerechtfertigt, heißt es in Unternehmenskreisen. Geiwitz will sich derzeit bei seiner Investorensuche nicht in die Karten blicken lassen. Weder den Kaufpreis noch Namen von Investoren will er öffentlich kommentieren.

Die Gewerkschaft Verdi fordert unterdessen, dass der Investor über den reinen Kauf hinaus in das Unternehmen investieren soll. „Wir wollen einen Investor, der Schlecker als Ganzes erhalten will, also das gesamte Filialnetz und die Arbeitsplätze“, sagte eine Sprecherin des Verdi-Bundesvorstands in Berlin.

Verdi machte deutlich, dass keiner künftig Macht im Unternehmen haben solle, der in irgendeiner Form an der Schlecker-Pleite beteiligt war: „Die für das Missmanagement Verantwortlichen sollten auch in Zukunft keine verantwortliche Rolle spielen“, sagte die Sprecherin. Nur so könne das Vertrauen der Kunden zurückgewonnen werden. Ob die Gewerkschaft damit Lars und Meike Schlecker meinte, ließ die Sprecherin des Bundesvorstands offen.

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