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Schlechte Impf-Moral verhindert ein Ausrotten der Masern

"Fellbach und Rems-Murr-Kreis", vom 27.05.2010 04:30 Uhr
Fellbach. "Wer sich nicht gegen Masern, Mumps und Röteln impfen lässt, handelt fahrlässig", sagt Dr. Hans-Peter Dinkel. Von Brigitte Hess

So wie es gelang, die Kinderlähmung auszurotten, so muss man bemüht sein, Masern, Mumps und Röteln ebenfalls zum Verschwinden zu bringen. Davon ist der Allgemeinarzt und Pressesprecher der Fellbacher Ärzte, Dr. Hans-Peter Dinkel, überzeugt. Vor allem Frauen im gebärfähigen Alter hält er für "geradezu fahrlässig", wenn sie ohne Schutz gegen Röteln schwanger würden: "Das Ungeborene läuft bei einer Rötel-Erkrankung der Mutter mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit Gefahr, schwere Behinderungen zu erleiden", sagt Dinkel.

Ähnlich sieht es die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr, die dringend zum Impfcheck aufruft und vor allem Jugendliche anspricht. "Bei Kindern, die in die Schule kommen, ist die landesweite Quote bei der Erstimpfung gar nicht schlecht, bei der zweiten Impfung erreichen wir aber lediglich eine Quote von 87,5 Prozent", sagt Gesundheitsministerin Monika Stolz. 95 Prozent aller Kinder müssten geimpft sein, um die Masern auszurotten, heißt es bei der Weltgesundheitsorganisation.

Im Rems-Murr-Kreis fehlt dazu noch einiges: 2008 waren 92,7 Kinder einmal geimpft, die zweite Impfung hatten nur noch 83,8 Prozent, 2009 lagen die Quoten bei 92,6 und 84,7 Prozent. Anhand des Impfbuches läßt sich mit einem einfachen Test im Internet herausfinden, ob der Impfschutz perfekt ist. Insbesondere für Mädchen sei es wichtig, dass neben Masern gegen Röteln geimpft ist, darauf weist auch die AOK hin: "Masern und Röteln sind keine harmlosen Krankheiten".

Ob Impfungen sinnvoll sind, ist aber nicht unumstritten. Der Kernener Thomas Bezler, Vorsitzender des Vereins GGL, "Ganzheitlich gesünder leben", beschäftigt sich seit 18 Jahren mit der Thematik. "Die Kinderlähmung wäre mit oder ohne Impfung verschwunden, da mit Einführung der Schluckimpfung Anfang der 60er Jahre die Krankheitsdefinition so abgeändert wurde, dass nur noch ein Prozent der Betroffenen Kinderlähmung hatten und die anderen 99 Prozent der Hirnhaut/Gehirnentzündungs-Statistik zufielen", erläutert er den markantesten Fall des "Verschwindens" einer Krankheit. Aus vielen Ländern lägen offizielle Statistiken vor, dass beim Ausbruch beispielweise der Masern geimpfte und ungeimpfte Kinder zu gleichen Prozentzahlen erkrankten, sagt er. Bei allen Kinderkrankheiten sanken die Zahlen an Todesfällen und schweren Verläufen, weil Hygiene, Ernährung, Trinkwasser und Behandlungsmöglichkeiten verbessert wurden - auch dies bestätigen offizielle Statistiken. Ebenfalls gebe es Studien, die einen relativen Schutz vor anderen Erkrankungen nach durchgemachten Masern stark vermuten lassen. "Allein die statistischen Fakten stellen den Nutzen von Impfungen zumindest in Frage", sagt Bezler. Er empfiehlt Menschen, die bei ihm Rat suchen, wieder mehr Eigenverantwortung zu übernehmen, sich impfkritische Informationen zu besorgen und einen Blick auf die Statistiken zu werfen.

Info: Wer seinen Impfschutz überprüfen möchte, kann dies leicht selbst unter www.mach-den-impfcheck.de tun.

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