Schadenersatz BMW nimmt Bosch in die Pflicht

Von Anne Guhlich 

Die Konzernzentrale in Gerlingen. BMW will mit Bosch über Schadenersatz verhandeln. Foto: dpa
Die Konzernzentrale in Gerlingen. BMW will mit Bosch über Schadenersatz verhandeln. Foto: dpa

Der Münchner Autobauer BMW fordert von dem Stuttgarter Automobilzulieferer Bosch Schadenersatz in Millionenhöhe.

Stuttgart - Der von Bosch verursachte Produktionsausfall bei BMW hat ein Nachspiel. „Wir verhandeln mit Bosch über Schadenersatz, die Produktionsunterbrechung hat uns einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet“, sagt BMW-Produktionsvorstand Markus Duesmann unserer Zeitung. „Hinzu kommen die Kosten für verspätete Auslieferungen“. Ende Mai standen mehrere BMW-Werke still, nachdem Bosch mit der Lieferung von Lenkgetrieben nicht mehr nachkam. Insgesamt konnten 8000 Autos der 1er, 2er, 3er und 4er-Reihe nicht gebaut werden und kamen zu spät zu den Kunden. Grund war der Ausfall eines italienischen Unterlieferanten, den Bosch zu spät bemerkt hatte. „Unser Zulieferer Bosch hat die Situation offenbar unterschätzt. Ich gehe aber davon aus, dass es ein einmaliger Ausreißer bleibt“, sagt Duesmann. „Der Fall hat uns veranlasst unsere Lieferketten noch einmal genau zu überprüfen“, so der Produktionsvorstand.

„Unser primäres Ziel war es, dass wir unsere Lieferfähigkeit wieder herstellen konnten, und das ist uns mit einer durchaus ungewöhnlichen Maßnahme auch gelungen“, sagte eine Bosch-Sprecherin. Der Konzern hat den italienischen Zulieferer im Juni übernommen. „Wir sind im Dialog mit BMW, und wir sind zuversichtlich, dass alle offenen Fragen im Sinne einer langfristigen Kundenbeziehung geklärt werden können.“

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