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Rockenbauch Auch dieses Mal kein Ordnungsgeld

Josef Schunder, vom 02.09.2010 17:46 Uhr
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 Foto: Kraufmann
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Stuttgart - Die vorläufige Festnahme der Demonstranten Hannes Rockenbauch und Thomas Adler wird für die Stadträte gleichen Namens keine Konsequenzen haben. „Von der Stadt wird ihnen kein Ordnungsgeld auferlegt“, erklärte Hermann Karpf, Mitarbeiter von Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) am Donnerstag.

Zu der Frage, ob Rockenbauch (SÖS) und Adler (Linke) belangt werden, hatten die beiden am Mittwoch Anlass gegeben. Sie waren über die Absperrgitter der Polizei vor dem Bauzaun beim Nordflügel des Hauptbahnhofs geklettert und vorübergehend festgenommen worden. „Das war eine polizeirechtliche Maßnahme zur Gefahrenabwehr, für eine strafrechtliche Relevanz haben wir zurzeit keine Hinweise. Nur dann würde es ein Ermittlungsverfahren nach sich ziehen“, sagt Claudia Krauth, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Das Überklettern der Absperrung sei allenfalls eine Ordnungswidrigkeit, ergänzt Rockenbauch.

Der Chef der fünfköpfigen Fraktion, die das Bündnis Stuttgart Ökologisch Sozial und die Linke im Gemeinderat repräsentiert, fiel nicht zum ersten Mal auf. Ende Juli war er unter den Stuttgart-21-Gegnern, die den Nordflügel des Hauptbahnhofs besetzten, weil sie den Abbruch verhindern wollten. Die Bahn AG erstattete Anzeige. Inzwischen läuft auch ein Ermittlungsverfahren gegen Rockenbauch wegen des „Verdachts des Hausfriedenbruchs“.

Schon nach der Besetzung hatte Verwaltungsbürgermeister Klaus-Peter Murawski (Grüne) geprüft, ob seitens der Stadt ein Ordnungsgeld fällig ist. Ein Stadtrat muss laut Gemeindeordnung „die ihm übertragenen Geschäfte uneigennützig und verantwortungsbewusst führen“ und kann bei gröblicher Verletzung der Pflichten vom Gemeinderat ein Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro auferlegt bekommen. Rockenbauchs Rolle bei Demos und bei der Hausbesetzung hätten jedoch formal nichts mit dem Ehrenamt zu tun, erklärte Murawski. Die Sache werde daher wie bei jedem anderen Bürger beurteilt – und da müsse Rockenbauch mit einem Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung rechnen. Hermann Karpf vom Ordnungsreferat haut nun in die gleiche Kerbe. Die Frage des Ordnungsgelds stelle sich gar nicht. Er erinnert sich auch nicht, dass in Stuttgart jemals ein Ordnungsgeld gegen einen Stadtrat verhängt worden wäre. Das Recht auf die Ausübung öffentlicher Ämter verliert man übrigens nur nach Verbrechen und einer mindestens einjährigen Freiheitsstrafe.

Auf einem anderen Blatt steht, dass Rockenbauch die moralische Verurteilung durch die Mehrheit im Gemeinderat riskiert. Sie hat wiederholt dem Bahnprojekt zugestimmt. Rockenbauch stört das wenig: Als Bürger halte er den zivilen Ungehorsam für ein notwendiges Mittel beim Versuch, den Tiefbahnhofbau zu verhindern.

 

Kommentare (13)
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SEP
03
15:15 Uhr, geschrieben von Ulrich Frank
"Flaneur" trifft den Nagel auf den Kopf
Herr Rockenbauch ist anwesend und zeigt Einsatz und Engagement, ebenso seine Mitstreiter. Die Vertreter der Altparteien sind abwesend, lassen dem Chaosprojekt Stuttgart seinen Lauf und verbreiten ad nauseam Seifenblasen-Rhetorik wie "Kommunikation" und "Dialog", wohinter doch in einem fort das eine Mafia-Angebot steht, d.h. ein Angebot, auf welches der Bürger gar nicht mit "Nein" antworten darf.
SEP
03
15:02 Uhr, geschrieben von Opa Kolja
und Föll ?
Hab noch nirgendwo gelesen,dass geg.CDU-Bürgermeister Föll ein Ermittlungsverfahren ob er "die ihm übertragenen Geschäfte uneigennützig und verantwortungsbewusst führt"eingeleitet wurde. Nach der bekanngewordenen Wolf&Müller Beirats-Affäre,hätte die Staatsanwaltschaft doch ermitteln können,dürfen,müssen oder so.Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Also für die politische Hygiene unsere Stadt, sind die beiden Geländerüberwinder allemal das kleinere Übel.Zumal sie im Gegensatz zu Föll keine persönlichen Vorteile erwarteten.
SEP
03
13:38 Uhr, geschrieben von der Flaneur
Wäre Schuster wiriklich ein "Bürger"meister…
würde er sich engagiert seine Stadt und ihre Bürger kümmern. Er taucht bei bei Problemen lieber ab und verreist ebenso wie unser Interims-Ministerpräsident Mappus. Tom Adler und Hannes Rockenbauch dagegen sind wirkliche Stadträte, die die Interessen ihrer Wähler nicht mit Füßen treten, sondern selbst aktiv handeln. Kann eigentlich jemand erklären, worin das ungesetzliche ihres Handelns bestehen soll? Den Bauzaun jedenfalls haben sie nicht gestürmt. Dass aber Sekunden zuvor einige rabiate Prügel-Bullen den am Zaun stehenden Bürgern die Finger blutig geknüppelt haben (siehe Fotos http://www.action-stuttgart.de/), ist sicherlich rechtens?
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