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Das Geschäft mit den Stars ist nicht einfacher geworden, sagt Lieberberg. Seit die Bands ihre Haupteinnahmen nicht mehr aus Plattenverkäufen generieren, seien die Gagen explodiert. Das sieht der MLK-Chef als großes Problem. "Die Begehrlichkeiten sind immens. Erst die letzten zehn Prozent der verkauften Karten gestalten ein Festival ökonomisch." Bei den Zwillingsfestivals am Ring und in Nürnberg werden zwischen 17und 18 Millionen Euro umgesetzt.
Auf der Empore der größten Bühne am Ring schaut sich Marek Lieberberg die Szenerie an. Er trägt ein weißes Poloshirt, Jeans und schicke braune Lederschuhe. So könnte der Mann auch auf dem Golfplatz stehen. Der 64-Jährige ist Profi. Ein perfekter Vermarkter der eigenen Marke, der Musik. Und er kann tolle Geschichten erzählen. Zum Beispiel die, wie er Verträge auf Papierservietten abgeschlossen hat, als er im Juli 2005 das Live-Aid-Konzert in Berlin organisierte. Und natürlich hat er jede Menge Anekdoten über Rock am Ring in petto - auch weniger erfreuliche.
"Rust never sleeps, Rost schläft nicht"
Guns N' Roses haben die Menge einmal bis nachts um 3 Uhr warten lassen, bevor sie die Bühne betraten. Als der Sänger von Airbourne in diesem Jahr das hohe Gerüst auf der Bühne erklomm, wurde es Lieberberg angst und bang. Und erinnerte daran, wie der Tote-Hosen-Sänger Campino vor ein paar Jahren mit Gipsbein auf den Bühnenaufbauten herum kletterte. Besondere Erinnerungen verknüpft er mit dem Konzert von U2 beim ersten Rock am Ring 1985, weil es einer der wenigen Festivalauftritte der irischen Band überhaupt war. Er könnte noch viele Geheimnisse über Stars ausplaudern, aber es sind die "zärtlichen Momente", die ihn faszinieren. Trotz der Größe und der gigantischen Ausmaße des Festivals.
Stolz schaut er in die Menge. Fast wirkt es so, als ob ein Vater seine Kinder beobachtet. Slash, Ex-Gitarrist von Guns N' Roses, wirbelt gerade mit Gitarre, Zylinder und freiem Oberkörper über die Bühne, die Zuschauer jubeln. Die Fans haben es jedoch nicht immer gut gemeint mit Lieberberg, einer der schlimmsten Momente sei der Auftritt von Leonard Cohen 1993 gewesen, "dem großartigsten Songschreiber neben Bob Dylan". Das Publikum bereitete Cohen keinen schönen Empfang. Die Störversuche gingen so weit, dass Lieberberg den Auftritt unterbrach und das Publikum um Nachsicht bat. Danach war Ruhe. Eine ganz besondere Erfahrung für den Konzertguru.
Heute Morgen sitzt er schon wieder in seinem Büro in Frankfurt. Keine Verschnaufpause. "Wir haben den Tourstart von Mark Knopfler, einem alten Weggefährten von mir", erläutert Lieberberg. Ans Aufhören denkt er nicht: "Ich bin körperlich und geistig fit. Solange das der Fall ist, sehe ich keine Veranlassung, meine Rolle aufzugeben." Keine Verschnaufpause. "Rust never sleeps, Rost schläft nicht." Um es mit dem Musiker Neil Young zu sagen.