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Rezept-Tipp Grießkuchen mit Kirschen

StN, vom 16.08.2011 10:08 Uhr
Kirschernte Foto: dapd
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Wir bleiben beim schwäbischen Kuchen. Das heutige Rezept "aus Großmutters Backstube" stammt von Leserin Lydia Haberhauer aus Plüderhausen.

"Von 3/4 Liter Milch, 125 g Butter, 125 g Grießmehl wird ein glatter Teig gekocht, der sich von der Pfanne schälen soll. Dann gibt man 6 Eigelb, 125 g geriebene, geschälte Mandeln, 125 g Zucker, 1 Teelöffel Zimt, die Schale einer halben Zitrone zur Masse und stellt diese kalt. Nach dem Erkalten führt man entsteinte Kirschen und den Schnee von dem Eiweiß in die Grießmasse und backt den Kuchen in einer bebutterten, bestreuten Form."

Frau Haberhauer steuert auch eine Anekdote und den schwäbischen Spruch des Tages bei: "Ein großer stattlicher Herr - er war Reisender, heute würde man Vertreter sagen - reiste regelmäßig mit der Bahn. Eines morgens ging er eiligen Schrittes zum Bahnhof und erreichte mit knapper Not noch den Zug. Nachdem er seinen Sitzplatz eingenommen hatte, fing er zum Erstaunen seiner Mitreisenden an, die Schnürsenkel seiner Stiefel (,nächste Nommer Geigakaschte') zu lösen. Er meinte, er müsse etwas in seinem Stiefel haben. Und was kam zum Vorschein? Ein ,Klemmerle' (Wäscheklammer). Von da an hatte der Mann seinen Spitznamen weg: ,dr Klemmerle'!"

Nachtrag: Zu unserem gestrigen Beitrag ("Dreißigsteier") bemerkt Leserin Waltraud Kämpf aus Remshalden: "Im ,Gärtner-Pötschke'-Jahreskalender habe ich einige Zeilen gefunden, die Ihren Beitrag ergänzen. Statt mit Eiern befasst sich die Abhandlung mit Kräutern, der Hintergrund dürfte aber letztlich derselbe sein." Daraus ein Auszug: "Am 15. August feiern wir Mariä Himmelfahrt. Es beginnt der sogenannte Frauendreißiger, das sind 30 Tage, an denen besonderer Segen auf der Natur liegen soll und an denen man gut Kräuter ernten kann. Bereits in vorchristlicher Zeit wurde zur Zeit des August-Vollmondes ein Fest zu Ehren der Vegetationsgottheiten gefeiert. Die Christen legten das Fest auf den 15. August und ersetzten die heidnischen Göttinnen durch Maria, die dem christlichen Glauben zufolge an diesem ,Hohen Frauentag' mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Nach alter Tradition binden die Frauen Sträuße aus Kräutern und Gewürzen und bringen sie in die Kirche, wo die ,Buschen' geweiht werden. Noch heute ist der Brauch in Süddeutschland lebendig (...)."

Leserin Marlies Fessler aus Mühlacker zitiert ihre Tante Kathrene (Geburtsjahr 1857), "die älteste Frau, die ich jemals kennenlernen durfte", mit einer Bauernregel: "Was der August net kocht, brät der September nimmer."

Der schwäbische Spruch des Tages lautet: ",Jetzt hot Katz' lenks gsoicht!' - wenn ein Vorhaben nicht klappte wie vorgesehen."

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 104452, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax: 0711/7205-7309; E-Mail: land@stn.zgs.de

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